Ultraschall Med 2018; 39(S 01): S27
DOI: 10.1055/s-0038-1670433
Wissenschaftliche Vortragssitzungen
Wi-Vo 06 Gynäkologie/Geburtshilfe III: Do. 15.11. 14:00 – 15:30 Boston 3
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Cerebro-plazentare Ratio und das Risiko für operative Entbindung am Termin

JU Ortiz
1   Sektion Geburtshilfe und Perinatalmedizin, Technische Universität München
,
E Ostermayer
1   Sektion Geburtshilfe und Perinatalmedizin, Technische Universität München
,
O Graupner
1   Sektion Geburtshilfe und Perinatalmedizin, Technische Universität München
,
B Kuschel
1   Sektion Geburtshilfe und Perinatalmedizin, Technische Universität München
,
SM Lobmaier
1   Sektion Geburtshilfe und Perinatalmedizin, Technische Universität München
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Publication History

Publication Date:
24 October 2018 (online)

 
 

    Einführung:

    Das Hauptziel dieser Studie war die Auswertung der Assoziation zwischen der fetalen cerebro-plazentaren Ratio (CPR) und der Notwendigkeit einer operativen Entbindung (Vakuum, Forzeps, sekundäre bzw. Notsectio) wegen intrapartalem fetalen Distress. Als sekundäres Ziel wurde die Aussagekraft der CPR analysiert.

    Material und Methoden:

    Dies war eine retrospektive Studie von Schwangeren mit Einlingsschwangerschaften, die zwischen Januar 2010 und Dezember 2017 und zwischen 37+0 und 41+6 SSW in unserem Klinikum entbunden haben. Die Dopplermessungen wurden innerhalb von 14 Tagen vor der Entbindung durchgeführt. Die CPR wurde als Quotient zwischen den Pulsatilitätsindizes der Arteria cerebri media und Umbilikalarterie berechnet. Die Schwangerschaften wurden nach dem Neugeborenengewicht (small-for-gestational age (SGA) < 10. Perzentile (P), appropriate-for-gestational age (AGA) 10. – 90. P.) und der CPR (< 10. P., ≥10. P.) in vier Gruppen eingeteilt. Als intrapartaler fetaler Distress wurde ein persistierendes pathologisches CTG nach den FIGO-Kriterien definiert.

    Resultate:

    3187 Patientinnen erfüllten die Kriterien und wurden wie folgt eingeteilt: SGA mit CPR < 10. P. (n = 130), SGA mit CPR ≥10. P. (n = 348), AGA mit CPR < 10. P. (n = 356) und AGA mit CPR ≥10. P. (n = 2353). Der Anteil an operativen Entbindungen aufgrund eines intrapartalen fetalen Distresses war signifikant höher bei Feten mit niedriger CPR sowohl im SGA- (29,2% vs. 18,4%, p = 0,010) als auch im AGA-Kollektiv (18,3% vs. 12%, p = 0,001). Die Aussagekraft der CPR < 10. P. bzgl. fetalen Distresses war niedrig in beiden Gruppen mit Detektionsraten von 19% (AGA) bzw. 37% (SGA), falsch-positiv-Raten von 12% (AGA) bzw. 24% (SGA) und positivem Vorhersagewert von 18% (AGA) bzw. 29% (SGA).

    Schlussfolgerung:

    Feten mit niedriger CPR haben ein höheres Risiko für operative Entbindungen am Termin wegen fetalem Distress unabhängig vom Gewicht. Allerdings ist die Vorhersagekapazität der CPR niedrig.


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