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DOI: 10.1055/s-0040-1708210
Tc-99m-MIBI-Szintigraphie zur Dignitätsprüfung des Schilddrüsenknotens – welche visuelle Auswertemethode ist die effektivste?
Publication History
Publication Date:
08 April 2020 (online)
Ziel/Aim Insbesondere bei nicht diagnostischem oder unklarem zytologischem Befund kann die Tc-99m-MIBI-Szintigraphie (MIBI) einen Beitrag zur Dignitätsklärung bei kalten oder indifferenten Schilddrüsenknoten leisten. Problem ist derzeit die methodische Heterogenität, sowohl in der Durchführung als auch in der Beurteilung von MIBI. Ziel dieser Arbeit ist der Vergleich der diagnostischen Genauigkeit unterschiedlicher visueller Auswertemethoden.
Methodik/Methods 104 Patienten mit postoperativer Histologie wurden retrospektiv untersucht. Die planaren Früh- und Spätphasen-MIBI-Szintigramme wurden durch drei Beobachter (Konsensbildung) nach vier visuellen Kriterien ausgewertet: MIBI > Pertechnetat in der Frühaufnahme (Methode 1), in der Spätaufnahme (Methode 2), MIBI nodulär > MIBI paranodulär in der Spätaufnahme (Methode 3) und MIBI Kontrast in der Spätaufnahme ≥ MIBI Kontrast in der Frühaufnahme (Methode 4).
Ergebnisse/Results Die Malignomprävalenz betrug 11,5 %. Es ergaben sich folgende Werte für die Qualitätsmerkmale: richtig positiv, falsch positiv, richtig negativ, falsch negativ Methode 1; 9, 61, 31, 3; Methode 2: 8, 45, 47, 4; Methode 3: 9, 35, 57, 3; Methode 4: 11, 53, 39, 1; Für die Sensitivität, Spezifität, positiver prädiktiver Wert und negativer prädiktiver Wert: Methode 1: 75,0 %, 33,7 %, 12,9 % und 91,2 %; Methode 2: 66,7 %, 51,1 %, 15,1 % und 92,2 %; Methode 3: 75,0 %, 62,0 %, 20,5 % und 95,0 %; Methode 4: 91,7 %, 42,4 %, 17,2 % und 97,5 %. Methode 1 und 2 unterscheiden sich von Methode 3 und 4 signifikant (p < 0,05, χ2 Test für Vierfeldertafel).
Schlussfolgerungen/Conclusions Der hohe NPV der visuellen Auswertemethoden bestätigt den Stellenwert der Tc-99m-MIBI-Szintigraphie in der Malignitätsausschlussdiagnostik des suspekten Schilddrüsenknotens. Der visuelle Vergleich von Früh- und Spätaufnahmen sowie die visuelle Beurteilung der MIBI-Aufnahme im nodulären vs. paranodulären Gewebes in den Spätaufnahmen zeigen die höchste diagnostische Genauigkeit.
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