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DOI: 10.1055/s-0040-1714474
Referenzwerte für Nüchternindices des Glukose-Insulin-Stoffwechsels – Einflussfaktoren, Altersverlauf und Vergleich zu herkömmlichen Diabetes Typ 2 Diagnosekriterien
Einleitung Für die einfache Beurteilung von Insulinresistenz und Beta-Zell-Funktion eignen sich besonders Indices mit Bezug auf Nüchternglukose und Nüchterninsulin. Jedoch mangelt es an altersspezifischen pädiatrischen Referenzwerten unter Einbeziehung des Übergangs in das Erwachsenenalter.
Methoden Wir analysierten Einflussfaktoren und Verläufe von Nüchternindices an 8919 Personen im Alter von 5–80 Jahren. Referenzwerte für HOMA-IR, HOMA2-IR, HOMA-β, McAuley Index, Nüchterninsulin und Nüchternglukose wurden an Personen ohne Adipositas (n = 5513) alters- und pubertätsabhängig berechnet und die Prävalenz pathologischer Werte bei Probanden mit Adipositas (n = 2624) mit der etablierter (Prä-)Diabetes-Kriterien (2 h-Glukose, HbA1 c, Nüchternglukose) verglichen. Außerdem wurde die longitudinale Stabilität bei Kindern und Jugendlichen bewertet.
Ergebnisse Die Werte bezüglich einer Insulinresistenz verdoppelten sich bis zur Pubertät und fielen danach um 20–50%. Ab 40 Jahren setzte wieder ein Anstieg der Werte ein, welcher ab 70 Jahren akzelerierte. Bei Adipositas blieben die Werte im Alter auf hohem Niveau stabil. Bereits 37% der Kinder und Jugendlichen mit Adipositas wiesen eine Insulinresistenz auf (bezogen auf das 97,5te Perzentil des HOMA-IR), wovon 58% auch im Follow-up pathologisch blieben. Die untersuchten Indices korrelierten im longitudinalen, intraindividuellen Vergleich bei Kindern stärker als 2 h-Glukose und HbA1c.
Schlussfolgerung Nüchternindices des Glukose- und Insulinstoffwechsels sollten alters- und pubertätsabhängig betrachtet werden. Sie haben eine höhere longitudinale Stabilität als herkömmliche Indizes der Diabetesdiagnostik.
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Publication History
Article published online:
04 September 2020
© Georg Thieme Verlag KG
Stuttgart · New York