Einleitung Depressionen sind im höheren Lebensalter häufig. Lebensstilfaktoren wie der Konsum
von Alkohol oder Tabak stellen potentielle Risikofaktoren für eine Vielzahl an Erkrankungen
und Beeinträchtigungen dar, so auch für die Entwicklung depressiver Symptome. Sowohl
im Alkohol- und Tabakkonsum als auch in der depressiven Symptomatik zeigen sich dabei
deutliche Geschlechtsunterschiede. Ziel dieser Studie ist es, den Einfluss des Lebensstils
auf die Entwicklung depressiver Symptome über die Geschlechter bei hochaltrigen Menschen
(75+) im Zeitverlauf zu untersuchen und geschlechtsspezifische Besonderheiten zu eruieren.
Methoden Vorgestellt werden die Ergebnisse einer quantitativen, längsschnittlichen Analyse
mit den gepoolten Daten aus zwei großen deutschen Alterskohorten (AgeDifferent.De).
Es wurden deskriptive und inferenzstatistische Analysen sowie multivariate Regressionsmodelle
(Mixed-Models) durchgeführt.
Ergebnisse Vorläufige Ergebnisse zeigen einen Zusammenhang zwischen der Prävalenz des Substanzkonsums
und Depressionen. Tabakkonsum stellt unabhängig vom Geschlecht einen Risikofaktor
für die Entwicklung depressiver Symptome dar. Hingegen scheint Alkoholkonsum v.a.
bei Männern einen protektiven Effekt zu haben. Zudem zeigt sich ein Interaktionseffekt
zwischen Alkohol- und Tabakkonsum bei Männern, nicht aber in der Gruppe der Frauen.
Fazit Diese Studie liefert zum ersten Mal Daten zum Einfluss von Lebensstilfaktoren auf
die Entwicklung depressiver Symptome im höheren Alter in Deutschland. Es zeigt sich
ein geschlechtsspezifischer Zusammenhang, vor allem im Hinblick auf den Konsum von
Alkohol. Diese Ergebnisse leisten einen Beitrag zum besseren Verständnis der Entwicklung
einer Altersdepression sowie zu deren Prävention und Behandlung.