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DOI: 10.1055/s-0029-1225567
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart ˙ New York
Meningokokken-Infektionen - Impfstoffe mit Breitbandwirkung in der Prüfung
Publikationsverlauf
Publikationsdatum:
08. Juni 2009 (online)
Meningokokken-Infektionen treffen überproportional oft Säuglinge und Kleinkinder. Mit den derzeit verfügbaren quadrivalenten Impfstoffen sind jedoch in dieser Altersgruppe keine starken und nachhaltigen Immunreaktionen belegt - nur Personen höheren Alters können damit adäquat geschützt werden. Jetzt werden Mehrfachimpfstoffe entwickelt, die auch im Säuglingsalter eine Schutzwirkung bieten.
#Vierfacher Schutz kurz vor Zulassung
Ein Beispiel ist der Vierfachimpfstoff MenACWY-CRM197 (Arbeitsname Menveo®). Er hat das Potenzial, vom Säugling bis zum Erwachsenen gegen Meningokokken der Serogruppen A, C, W135 und Y ausreichende Antikörpertiter zu gewährleisten.
Neuen Phase-III-Daten zufolge entwickelten Jugendliche nach einer Impfung höhere Antikörpertiter als die Probanden der Kontrollgruppe. Als Kontrolle wurde ein konjugierter, in Deutschland nicht zugelassener Meningokokken-Impfstoff eingesetzt. Zum Beispiel bietet der neue Vierfachimpfstoff Schutz gegen den Meningokokken-Serotyp Y: 81 % der Jugendlichen entwickelten eine schützende Immunantwort (Kontrollgruppe: 54 %).
Auch in den anderen Altersgruppen (beginnend bei Säuglingen ab 2 Monaten), ist der Vierfachimpfstoff hoch immunogen in Bezug auf die 4 Meningokokken-Serogruppen, wie andere Studien dokumentieren [1].
#Breitbandwirkung gegen den Serotyp B
In unseren Breiten werden die meisten Meningokokken-Infektionen allerdings durch den Serotyp B verursacht. In Deutschland ist diese Gruppe mit 67 % der häufigste Verursacher von Meningokokken-Infektionen, sagte Prof. Matthias Frosch, Würzburg. Gab es bislang nur stammspezifische, regional einsetzbare Impfstoffe, könnte in naher Zukunft ein Meningokokken-Impfstoff mit Breitbandwirkung auf den Markt kommen.
Dieser neue Impfstoff enthält verschiedene bakterielle Oberflächenproteine, die wahrscheinlich bei den meisten der weltweit vorkommenden B-Meningokokken vorhanden sind. Die Phase-II-Daten sind vielversprechend: Über 95 % der Säuglinge im Alter zwischen 6 und 12 Monaten bildeten bereits einen Monat nach der 2. Gabe des Impfstoffs eine schützende Immunantwort aus.
Dr. Ralph Hausmann, Frankfurt
Quelle: Vortrag "Meningokokken - Neue Impfstoffe, neue Konzepte" auf der 1. Nationale Impfkonferenz, unterstützt von der Novartis Behring GmbH, Marburg
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