Zusammenfassung
Ziel der retrospektiven Studie war, die Detektionsrate der Röntgenuntersuchung bei pulmonalen Rundherden im Vergleich zur Computertomographie zu evaluieren und gegebenenfalls Gründe für einen fehlenden röntgenologischen Nachweis aufzuzeigen. Material und Methoden: Bei Hunden und Katzen mit computertomographisch diagnostizierten pulmonalen Rundherden (Mehrzeilen-Spiral-CT) wurde nach Thoraxröntgenbildern (Projektionsradiographie mit Film-FolienSpeichersystem) in mindestens zwei Ebenen aus dem gleichen Zeitraum gesucht. Ausschlusskriterien waren noduläre Herde > 3 cm sowie homogen verkalkte Rundherde (Osteome). Diese Kriterien erfüllten 50 Hunde und 20 Katzen. Zwei unabhängige Untersucher beurteilten Röntgen-und CT-Bilder hinsichtlich des Vorliegens von Rundherden im Konsensentscheid. Zudem wurden die Röntgenbilder bezüglich zusätzlicher Befunde ausgewertet, die die pulmonale Befundinterpretation beeinflussen könnten. Ergebnisse: Bei 43 von 70 Tieren (61%) wurden die nodulären Herde bereits röntgenologisch entdeckt und später durch die CT bestätigt. Im Einzelnen stellten sich bei 64% der Hunde (32/50) und bei 55% der Katzen (11/20) die Rundherde dar. Bei Katzen beruhte die fehlende Detektion am häufigsten auf einer ausgeprägten Transparenzminderung der Lunge mit einhergehendem Kontrastverlust, während bei Hunden unterschiedliche Ursachen in gleichem Maße den fehlenden Nachweis bedingten. Eine geringe Rundherdgröße allein stellte nicht den dominierenden Grund für eine fehlende Detektion dar. Schlussfolgerung und klinische Relevanz: Das Röntgen ist bei der Suche nach pulmonalen Rundherden nach wie vor eine wichtige Screening-Methode. Dennoch muss damit gerechnet werden, dass ein recht hoher Prozentsatz an nodulären Veränderungen übersehen wird: In unserer Studie betrug die röntgenologische Nachweis insgesamt 61%. Röntgenaufnahmen sind vor allem dann von geringem diagnostischem Wert, wenn Veränderungen vorliegen, die mit einer erhöhten Röntgendichte der Lunge einhergehen.
Summary
Objective: The aim of our study was to evaluate the value of projection radiography as a standard screening method for the detection of lung nodules compared to computed tomography (CT). Furthermore, we attempted to describe the reasons that might lead to a failed detection of pulmonary nodules in radiography. Materials and methods: From dogs and cats which were diagnosed in CT (multislice CT) with nodular changes in the lung pattern we selected radiographs (projection radiography with soft copy reading) in at least two projection planes produced in the same timeframe as the CT images. Exclusion criteria were nodules > 3 cm and homogenously calcified nodules (osteomata). A total of 70 animals (50 dogs and 20 cats) met the inclusion criteria. Results: In 43 animals (61%), nodular changes had already been detected using radiography and were then confirmed by the results of the computed tomography. In detail, 32 of 50 dogs (64%) and 11 of 20 cats (55%) showed nodular lesions in the radiographs. In cats, undetected nodules were often accompanied by highly changed lung opacities, resulting in a poor contrast of the lung. In dogs the reasons for a failed detection of lung nodules were relatively equally distributed to several causes. Interestingly, small nodule size itself was not the predominant reason for missing the nodules in radiographs. Conclusion and clinical relevance: In general, radiography still plays an important role as a screening method for the detection of nodular lung lesions. However, one needs to be aware, that a quite high percentage of nodular lung changes can be missed in radiographs. The overall detection rate in this study was 61%. Furthermore, we showed that plane radiographs are of poor diagnostic value when concurrent problems exist which lead to increased lung opacity.
Schlüsselwörter
Computertomographie - Röntgen - Metastasen - Hund - Katze - Lungenherde
Key words
Computed tomography - radiography - metastases - dog - cat - lung lesions