Phlebologie 2013; 42(02): 82-88
DOI: 10.12687/phleb2131_2_3013
Medizingeschichte
Schattauer GmbH

Der lange Weg der Syphilis bis zum Ulcus cruris syphiliticum

Artikel in mehreren Sprachen: deutsch | English

Autor*innen

  • W. Hach

    1   Venenzentrum Frankfurt am Main
  • J. Dissemond

    2   Klinik und Poliklinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Universitätsklinikum Essen
  • V. Hach-Wunderle

    1   Venenzentrum Frankfurt am Main
Weitere Informationen

Publikationsverlauf

Eingereicht: 21. Januar 2013

Angenommen: 27. Februar 2013

Publikationsdatum:
04. Januar 2018 (online)

Zusammenfassung

Die Syphilis fiel im wahrsten Sinne des Wortes von einem Tag auf den anderen in Europa ein. Sie stellte sich in einer ganz anderen Weise dar, wie wir sie heute kennen. In einer der ersten Beschreibungen von Josef Grünpeck ist die Rede von fürchterlichen schwarzen Zapfen und kleinen Hörnern mit bestialischem Gestank, die im Gesicht hervorwuchsen sowie von grausamen Knochenschmerzen, so dass sich die Kranken den Tod herbeiwünschten. Durch die ständigen Kriegshandlungen, aber ebenso durch die gesellschaftlichen Verhältnisse kam es im 16. Jahrhundert von Spanien her über Neapel zu einer rasant fortschreitenden Epidemie, die schließ-lich ganz Europa überrannte. Die Folge waren grundlegende Einflüsse auf das kulturelle Leben der Menschen in allen Gesellschaftsschichten. Die Ärzte haben sich in einer heute unübersehbaren Literatur mit der Krankheit auseinandergesetzt. Dabei stellt das Blickfeld auf das Ulcus cruris syphiliticum nur einen winzigen Ausschnitt dar.