Bode, Thilo et al.: 2022 Wundmanagement - Wundversorgung in der täglichen Praxis DOI: 10.1055/b-0041-183862

3 Unterdruck-Wundtherapie/NPWT

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Book

Editors: Bode, Thilo; Horn, Thomas; Schüning, Andrea

Title: Wundmanagement - Wundversorgung in der täglichen Praxis

Print ISBN: 9783132437975; Online ISBN: 9783132439610; Book DOI: 10.1055/b000000446

Subjects: Dermatology;Internal Medicine

Thieme E-Book Library Klinik & Praxis (Deutschsprachig)



 

3 Unterdruck-Wundtherapie/NPWT

Produkte

Gelistet in den Helios-Kliniken

  • VAC Renasys Schaumstoffwundkit Gr. S, M (S&N)

  • VAC Renasys Wundversorgungsset flach Gr. S, M, L (S&N)

  • VAC Renasys Schaumstoffwundkit Gr. L, XL (S&N)

  • VAC Renasys Abdominalkit (S&N)

  • VAC Folie 20×30 cm (S&N)

  • VAC Renasys Gelstreifen 10×7 cm (S&N)

  • Renasys-WF L (10×15 cm), 10 Stück (S&N)

  • VAC Y-Konnektor Renasys (S&N)

  • VAC Renasys Port (S&N)

  • VAC Renasys Touch Tragegurt (S&N)

  • VAC Renasys Touch Kanister 300 ml und 800 ml (S&N)

  • VAC Renasys Flach-Drainage Zubehör-Kit CH10, -15, -19 (S&N)

  • VAC PICO Wundversorgungssystem EW 10×20 cm, 10×30 cm, 10×40 cm, 15×20 cm, 15×30 cm, 20×20 cm, 15×15 cm, 25×25 cm (S&N)

  • VAC Extremitäten Folie EasyDress S, M, L (L&R)

  • VAC KCI Abdominal Behälter 1000 ml (KCI)

  • VAC KCI Abdominal Kit (KCI)

  • VAC KCI Tubing Set á 5 (KCI)

  • VAC KCI Vera Flow cleanse CHOICE M

  • VAC KCI Vera Flow cleanse Dressing Kit M

  • VAC KCI Vera Flow Dressing Kit M

  • VAC KCI Vera Link Kassette

  • Silikonwundauflage Mepitel 10×25 cm Film (MÖL)

  • Mepiseal 3 ml (MÖL)

  • Fisteladapter-Set standard steril 3/15, 3/30 (PHA)

  • Fisteladapter-Set Plus steril 3/15, 3/45, 6/15 (PHA)

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Abb. 3.1 Unterdruck-Wundtherapie.

3.1 Beschreibung

Bei der Vakuumtherapie („Negative Pressure Wound Therapy“, NPWT) wird ein geschlossenes Drainagesystem angewendet, um mit kontrollierter Saugkraft (Unterdruck) auf das Wundbett einzuwirken. Die Wunde wird zunächst mit einem Wundfüller (Gaze oder Schaum) befüllt, um den Druck gleichmäßig auf das Wundbett zu verteilen. Danach wird die Wunde mit einer selbsthaftenden transparenten Folie verschlossen und der Verbindungsschlauch an eine Unterdruckpumpe (Abb. 3.2) angeschlossen. Wundexsudat wird über die Drainage abgesaugt und in einem Behältnis aufgefangen.

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Abb. 3.2 Renasys Touch. Mit freundlicher Genehmigung der Smith & Nephew GmbH

Die Wirkmechanismen sind nicht vollständig geklärt. Unter der Unterdrucktherapie kommt es zu folgenden Effekten:

  • Stimulation der Bildung von Granulationsgewebe

  • Reduktion der Ödeme

  • Exsudatmanagement

  • Förderung der Durchblutung an den Wundrändern

  • Stimulierung der Angiogenese

  • Kontraktion der Wundränder.

Übersicht s. Abb. 3.3.

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Abb. 3.3 Unterdruckverband.

Vorteile:

  • hygienisch dichte Wundversorgung

  • Transparenz des Verbandes am Wundrand

  • Möglichkeit der Exsudatanalyse

  • Geruchsneutralität

  • Reduktion der erforderlichen Verbandwechsel (Herstellerhinweis: alle 48–72 Stunden)

  • einfache und frühe Mobilisation, damit gesteigerte Lebensqualität des Patienten

  • sichere Handhabung durch klare Menüführung sowie Erhöhung der Nutzersicherheit durch optischen und akustischen Alarm.

3.2 Indikationen

  • Übermäßige Produktion von Exsudat, die nur schwer zu handhaben ist und mit konventionellen Wundauflagen nicht versorgt werden kann. Gleichzeitig findet damit eine erhebliche Keimreduktion statt.

  • Ausbleibende Granulation der Wunde.

  • Prä- und postoperative Wundkonditionierung bei komplexen Wundsituationen.

  • Chronische Wunden, z. B. diabetische Wunden, Ulcus cruris, Dekubitus.

  • Akute traumatische Wunden.

  • Offenes Abdomen (Kompartmentsyndrom) oder gastrointestinale Fisteln.

  • Subakute und klaffende Wunden, z. B. nach Spalten eines Kompartmentsyndroms an einer Extremität.

  • Verbrennungen ab Grad 2.

  • Hauttransplantate und zur Vorbereitung von plastischen Verschlüssen.

Kontraindikationen

  • nicht ausreichend debridierte Wunden

  • Wunden mit anaeroben Keimen; Cave: nekrotisierende Fasziitis!

  • Blutgerinnungsstörungen

  • unbehandelte Osteomyelitis

  • Malignitäten in der Wunde (außer bei palliativer Versorgung zur Erhöhung der Lebensqualität)

  • freiliegende Arterien, Venen, Organe, Anastomose-Stellen oder Nerven

  • nicht-enterische und unerforschte Fisteln

  • Schmerzen unter der NPWT.

3.3 Modifikationsmöglichkeiten

3.3.1 Übersicht
  • Schwamm-Material: Polyurethanschwamm (schwarz), Polyvinylalkoholschwamm (weiß), Gaze

  • Sogstärke: 25–200 mmHg (120 mmHg empfohlen)

  • Sogmodus: intermittierend/kontinuierlich

  • Anwendung von Softports (Standard), ggf. auch mit Drainagen.

3.3.2 Schwamm-Material

Schwarzer Schwamm

Es handelt sich um einen hydrophoben (wasserabweisenden), groben, offenporigen schwarzen Polyurethanschaumstoff, der eine gute Verteilung des Unterdrucks über das Wundbett fördert (Abb. 3.4). Er stimuliert bei einer Porengröße von 400–600 µm die Bildung von Granulationsgewebe und leitet Exsudat gut ab.

Bei der Anwendung in der Reinigungs- und Granulationsphase erfolgen Verbandwechsel alle 48–72 Stunden nach Herstellerangaben. Auf ein mögliches Einwachsen des Granulationsgewebes ist zu achten! Durch zusätzliche Einlage eines Silikondistanzgitters kann die Verbandstandzeit verlängert werden.

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Abb. 3.4 Schwarzer Schwamm.

Weißer Schwamm

Hydrophiles (flüssigkeitsspeichernd), fein- und offenporiges Produkt aus 100 % Polyvinylalkoholhydroschaum (Abb. 3.5). Bei einer Porengröße von 200 µm besitzt er hohe Zugfestigkeit und hohe Kapillarwirkung. Der Schwamm ist feucht und besitzt einen niedrigen pH-Wert (3,5–4,5). Er ist besonders für die Behandlung gefährdeter Gewebestrukturen (Darm, Periost etc.) geeignet. Mit seiner hohen Dichte verhindert er ein Einwachsen bei der Verwendung auf exponierten Metallteilen und geschützten exponierten Sehnen und Knochen. Dies macht den Verbandwechsel auch schmerzärmer. Dank hoher Zugfestigkeit ist er leicht in Wunden mit Tunneln und bei Unterminierung zu platzieren und zu entfernen.

Bei der Anwendung in der Reinigungs-, Granulations- und Epithelisierungsphase erfolgen Verbandwechsel alle 48–72 Stunden nach Herstellerangaben.

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Abb. 3.5 Weißer Schwamm. Quelle: Mit freundlicher Genehmigung der Smith & Nephew GmbH

Gaze

Die Wundgaze (Abb. 3.6) hat eine hohe Form- und Modellierbarkeit. Sie ist antimikrobiell beschichtet. Durch die Festigkeit und gleichzeitige Anschmiegsamkeit ist sie ideal für Fistelgänge und gut geeignet für schmerzempfindliche Patienten. Die Verwachsungstendenz ist geringer. Eine Kombination mit einem schwarzen oder weißen Schaumstoff ist möglich.

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Abb. 3.6 Renasys Gaze. Quelle: Mit freundlicher Genehmigung der Smith & Nephew GmbH

Bei der Anwendung in der Reinigungs- und Granulationsphase erfolgen Verbandwechsel alle 3–4 Tage.

Einsatz des Schwamm-Materials je nach Patienten- bzw. Wundtyp s. Tab. 3.1.

Tab. 3.1 Einsatz des Schwamm-Materials je nach Patienten- bzw. Wundtyp.
Patienten-/Wundtyp Gaze Schaumstoff weiß Schaumstoff schwarz Begründung
Wunde mit regelmäßiger Kontur (z. B. chirurgische Dehiszenz) + +++ +++ Jedes Wundfüllmaterial kann verwendet werden, doch wenn Wunden eine ebene Wundbasis ohne Aushöhlungen oder Tunnel haben, kann Schaumstoff einfach geschnitten und auf die Fläche angepasst werden.
Schmerzempfindliche Patienten oder Patienten mit oberflächlichen Wunden oder mit unregelmäßigen Kanten (d. h. Aushöhlungen, Tunnel, Hohlräumen, Fisteln, Abdominalwunde) +++ ++ + Bei oberflächlichen Wunden mit unregelmäßiger Kontur bzw. schwer erreichbaren Bereichen ist Gaze einfacher anzuwenden.
Hauttransplantate - +++ Weißer Schwamm wächst wenig ein.
3.3.3 Sogmodus
  • intermittierend 5 Minuten Saugphase/2 Minuten Ruhephase: bessere Wundheilung durch höhere Granulationsgewebeneubildung

  • kontinuierlicher Sog: effektiveres Exsudatmanagement.

Cave

Die Saugkraft sollte niemals Schmerzen verursachen. Falls Schmerzen auftreten, ist der Druck zu reduzieren. Es ist aber ein Druck von mindestens 25 mmHg zu belassen.

3.3.4 Ableitung mit Softports/Drainagen
Indikation

Standardmäßig wird mit Softports (Abb. 3.7) abgeleitet.

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Abb. 3.7 Softport. Quelle: Mit freundlicher Genehmigung der Smith & Nephew GmbH

Wunden, die komplexe Formen und Tiefen aufweisen, sich an anatomisch kritischen Stellen befinden und eine starke oder viskose Exsudation vorweisen, lassen sich tendenziell besser mit Drainagen behandeln.

Es gibt eine Auswahl an Drainagekits (Tab. 3.2), um die Heilung dieser Wunden zu fördern. Alle Drainagen sind aus Silikon und mit einem strahlenundurchlässigen Streifen ausgestattet, der für Sichtbarkeit auf Röntgenaufnahmen sorgt.

Indikation zur Behandlung mit Drainagen:

  • Starke oder viskose Exsudation

  • Erkundete Fisteln

  • Wunden mit Aushöhlungen, Fisteln und Zysten.

Tab. 3.2 Drainagen: Eignung und Besonderheiten.
Drainage Wundart Eignung Besonderheiten
flache Drainage, 10 mm Tiefe Wunden + Oberflächliche Wunden Starke oder viskose Exsudation ohne Sediment Verwendbar in gewichtsbelasteten Regionen; flach an der Wunde anbringen → nicht eindrehen
15-CH-Kanal-Drainage (nicht hohl) Sinustrakte, Wunden mit Kanälen und/oder Aushöhlungen Wenig bis moderate Absaugung Ermöglicht Ablaufen durch Perforationen in vier Kanälen. Direkte Anbringung der Drainage ohne Einwicklung in Gaze
10-CH-runde-Drainage Kleine, oberflächliche Wunden oder Sinustrakte mit engen Öffnungen Wenig viskose Exsudation Durch runde Form Anwendung in ausgehöhlten Bereichen
19-CH-runde-Drainage Große, runde Drainage Moderate bis hohe Exsudation Nicht geeignet für oberflächliche Wunden Durch runde Form Anwendung in ausgehöhlten Bereichen
Anlage einer Drainage
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Abmessen der Länge der Drainage und kürzen. Quelle: Mit freundlicher Genehmigung der Smith & Nephew GmbH
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Einbetten der Drainage in Gaze/Schaum. Quelle: Mit freundlicher Genehmigung der Smith & Nephew GmbH
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Schutz des Wundrandes mit Gelstreifen oder Stomapaste. Quelle: Mit freundlicher Genehmigung der Smith & Nephew GmbH
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Sichern der Drainage am Rand. Quelle: Mit freundlicher Genehmigung der Smith & Nephew GmbH
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Auffüllen der Wunde. Quelle: Mit freundlicher Genehmigung der Smith & Nephew GmbH
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Abschließen des Verbandes mit Folie. Quelle: Mit freundlicher Genehmigung der Smith & Nephew GmbH
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Zugentlastung mittels Klebestreifenzügen. Quelle: Mit freundlicher Genehmigung der Smith & Nephew GmbH
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Fertig angelegte Drainage. Quelle: Mit freundlicher Genehmigung der Smith & Nephew GmbH
Abb. 3.8 Anwendung von Drainagen mit Unterdrucktherapie.

3.4 Möglichkeiten zur Abdichtung

3.4.1 Beschreibung

Abdichtungen unterstützen eine beständige Versiegelung der Wundränder, besonders an anatomisch schwierigen Stellen und/oder in feuchten Hautregionen. Haupteinsatzgebiete sind Versorgungen an Händen, Füßen, Zehen, Leiste, Gesäß, Sakralbereich und abdominelle Wunden.

3.4.2 Mepiseal
Produkte

Gelistet in den Helios-Kliniken

Mepiseal (MÖL) 3 ml (Abb. 3.9).

Vergleichbare Produkte

Hautschutzpasten in der Stomaversorgung.

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Abb. 3.9 Mepiseal.

Mepiseal dient zum Ausgleich und Abdichten von Hautunebenheiten der Haut und erzeugt eine ebene Hautschicht. Auf der ebenen Fläche kann die NPWT-Folie sicher angebracht werden; eine Unterwanderung durch Ausscheidungen oder Exsudat wird verhindert.

3.4.3 Suprasorb CNP EasyDress – Verband zur Unterdrucktherapie an Extremitäten
Produkte

Gelistet in den Helios-Kliniken

Suprasorb CNP EasyDress S, M, L (Abb. 3.10).

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Abb. 3.10 Suprasorb EasyDress. Quelle: Mit freundlicher Genehmigung der Lohmann & Rauscher GmbH & Co. KG

Das Problem bei Unterdruckverbänden an Extremitäten ist oft die Undichtigkeit an den Fingern und Zehen. Durch Überziehen und Fixieren des EasyDress ist die Abdichtung extrem einfach. Der Verband ist in unterschiedlichen Größen erhältlich und auf die benötigte Länge zuschneidbar – dadurch gewährleistet er zum einen die sehr gute Anpassung an unterschiedliche Anatomien oberer und unterer Extremitäten, zum anderen die Versorgung selbst schwieriger Wundlokalisationen. EasyDress hat einen sehr guten Tragekomfort und schont die intakte Umgebungshaut.

3.4.4 Gelstreifen
Produkte

Gelistet in den Helios-Kliniken

Renasys Gelstreifen (S&N) 10×7 cm (Abb. 3.11)

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Abb. 3.11 Renasys Gelstreifen. Quelle: Mit freundlicher Genehmigung der Smith & Nephew GmbH
Eigenschaften
  • Der Gelstreifen ist zuschneidbar, flexibel, er minimiert Trauma und Schmerz beim Verbandwechsel.

  • Bleibt strukturell intakt.

  • Tragezeit von bis zu 72 Stunden.

Anwendungshinweis
  • Unter der Wundauflage: Das Gelpflaster kann zugeschnitten und vor der Versiegelung mit der transparenten Folie um die Wunde herum angebracht werden.

  • Über der Wundauflage: Beim Erkennen von Undichtigkeiten kann das Gelpflaster zugeschnitten und über der transparenten Folie und der Haut angebracht werden, um eine Undichtigkeit abzudecken.

Anwendung der Renasys Gelstreifen s. Abb. 3.12.

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Anwendung zur Abdichtung am Fuß vor Anbringen der Folie. Quelle: Mit freundlicher Genehmigung der Smith & Nephew GmbH
Abb. 3.12 Renasys Gelstreifen: Anwendung am Fuß. a–d
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Anwendung eines Gelstreifens zur Abdichtung im Bereich der Rima ani. Quelle: Mit freundlicher Genehmigung der Smith & Nephew GmbH
Abb. 3.13 Renasys Gelstreifen: Anwendung an der Rima ani. a, b
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Anwendung eines Gelstreifens zum Schutz der Haut bei Einlage einer Drainage. Quelle: Mit freundlicher Genehmigung der Smith & Nephew GmbH
Abb. 3.14 Renasys Gelstreifen: Anwendung bei Drainagen. a, b

3.5 Unterdrucktherapie bei Wundinfektion

Bei Wundinfekt Einlage von Acticoat Flex 3 (Abb. 2.25):

  • beide Schwämme können bei infizierten Wunden mit Acticoat kombiniert werden

  • schmerzarmer Verbandwechsel durch wenig verklebende Wundkontaktschicht

  • reduziertes Mazerationsrisiko durch offenmaschige Struktur mit gutem Exsudatabfluss

  • Reduzierung des Wundgeruchs

  • zuschneidbar und tamponierbar auch in kleinen Fistelgängen

  • breites Wirkspektrum auch gegen antibiotikaresistente Keime

  • Anwendung nach 14 Tagen überdenken.

Wunddistanzgitter mit Silikonbeschichtung, z. B. Mepitel One:

  • schützt frisch granuliertes Gewebe und sorgt für einen atraumatischen Verbandwechsel

  • schützt freiliegende Knochen- und Sehnenanteile

  • Vorbeugung von abdominellen Fisteln bei Anlage am Abdomen

  • die Silikonbeschichtung verhindert ein Verkleben des Wundbettes mit der Wundauflage

  • die offenmaschige Struktur des Gitters unterstützt den Exsudatabfluss.

3.6 Verbandanlage

1. Schritt Wundsäuberung (Abb. 3.15): Entfernen von nekrotischem Gewebe. Säubern des Wundgrundes.

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Abb. 3.15 Verbandanlage 1. Schritt: Wundsäuberung. Quelle: Mit freundlicher Genehmigung der Smith & Nephew GmbH

2. Schritt Wundrandschutz (Abb. 3.16): Entfetten der umgebenden Haut mit Wundrandschutz.

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Abb. 3.16 Verbandanlage 2. Schritt: Wundrandschutz. Quelle: Mit freundlicher Genehmigung der Smith & Nephew GmbH

3. Schritt: Falls notwendig, auf die Wundgröße zugeschnittenes Wunddistanzgitter nutzen.

4. Schritt (Abb. 3.17a):

  • Zuschneiden des Schaums auf die entsprechende Größe

  • Säubern und Glätten des Schaums außerhalb der Wunde, damit keine Schaumreste in die Wunde hineinfallen

  • Einbringen des Schaums in die Wunde

  • oder Auffüllen der Wunde mit kochsalzgetränkter antimikrobieller Gaze.

Cave

Weder Schaum noch Gaze dürfen über den Wundrand ragen!

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Zuschneiden des Schaums auf die entsprechende Größe. Quelle: Mit freundlicher Genehmigung der Smith & Nephew GmbH
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Säubern und Glätten des Schaums außerhalb der Wunde, damit keine Schaumreste in die Wunde hineinfallen. Quelle: Mit freundlicher Genehmigung der Smith & Nephew GmbH
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Einbringen des Schaums in die Wunde. Quelle: Mit freundlicher Genehmigung der Smith & Nephew GmbH
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Applizieren der Folie. Quelle: Mit freundlicher Genehmigung der Smith & Nephew GmbH
Abb. 3.17 Verbandanlage 4. Schritt: Einbringen des Schaums.

5. Schritt: Applizieren der Folie mindestens 5 cm über die Wunde hinaus.

6. Schritt: Schneiden eines Lochs mittig im Verband mit einem Durchmesser von mindestens 2–2,5 cm.

7. Schritt: Applizieren des Ports genau auf das Loch.

8. Schritt: Komplettes Entfernen des zweiten Trägers (Rahmen). Anmodellieren des Ports mit leichtem Druck an den Verband.

9. Schritt: Sichern des Softports, falls notwendig. Darauf achten, dass die Belüftungsscheibe nicht abgedeckt wird.

10. Schritt: Verbinden des Portendstücks über das Quick-Klick-System mit der Therapieeinheit.

3.7 PICO – Kanisterlose Unterdruck-Wundtherapie

PICO ist ein aktives Unterdruck-Wundtherapie-System. Es kann eingesetzt werden bei der Behandlung von Inzisionen, Hauttransplantaten sowie akuten und chronischen Wunden.

PICO arbeitet mit einem Druck von 80 mmHg. Es hat keinen Exsudatkanister und ist für schwache bis mäßige Exsudatmengen ausgelegt. Das System PICO 7 ist für den Einmalgebrauch entwickelt und wird nach 7 Tagen entsorgt (analog PICO 14: Entsorgung nach 14 Tagen).

Unter den Gesichtspunkten der Nachhaltigkeit und des hohen Preises ist ein Einsatz nur unter genau begründeten Umständen indiziert.

Produkte

Gelistet in den Helios-Kliniken

PICO 7

Nicht gelistet

PICO 14 (ausschließlich für den ambulanten Bereich)