Zusammenfassung
Akuter, wiederholter und chronischer Stress in verschiedenen Lebensbereichen erhöht das Risiko für die Entstehung, die klinische Erstmanifestation und eine ungünstige Prognose einer kardiovaskulären Erkrankung. Diese epidemiologisch auf breiter Basis nachgewiesenen Zusammenhänge lassen sich durch biologische Stressreaktionen, emotionale Reaktionen und Verhalten plausibel erklären. Aus physiologischen Stressreaktionen entstehen pathophysiologische Abläufe, die schließlich die Atherogenese fördern und klinische Ereignisse wie akute Koronarsyndrome, Herzinsuffizienz, Herzrhythmusstörungen oder Schlaganfälle auslösen können. Dabei können sich stressinduzierte intermediäre Erkrankungen wie Depressionen, arterielle Hypertonie oder Diabetes mellitus ihrerseits langfristig auf weitere kardiovaskuläre Krankheitsmanifestationen auswirken. Das Verständnis dieser pathophysiologischen Wege bietet somit Ansatzpunkte für gezielte Interventionen.
Abstract
Acute, recurrent and chronic stress in various areas of life increases the risk of development, clinical onset, and poor prognosis of cardiovascular disease. These epidemiologically broadly proven relationships can be plausibly explained by biological stress reactions, emotional reactions and behavior. Physiological stress reactions lead to pathophysiological processes that can ultimately promote atherogenesis and trigger clinical events such as acute coronary syndromes, heart failure, cardiac arrhythmias or strokes. Stress-induced intermediary diseases such as depression, arterial hypertension or diabetes mellitus can in turn have long-term effects on further cardiovascular disease manifestations. Understanding these pathophysiological approaches thus provides starting points for targeted interventions.
Schlüsselwörter
Psychokardiologie - Stress - Pathophysiologie - Risikofaktoren - kardiovaskuläre Erkrankungen - koronare Herzkrankheit
Key words
psychocardiology - stress - pathophysiology - risk factors - cardiovascular diseases - coronary heart disease