Zusammenfassung
Eine reine Sprunggelenkluxation ohne Fraktur der Malleolengabel ist äußerst selten. Zurzeit sind weltweit erst ca. 80 Fälle publiziert. Dabei scheint der Unfallmechanismus mit Hyperflexion und -inversion auf einem Trampolin besonders für o. g. Verletzung zu prädisponieren, da hier ein Vielfaches des Körpergewichts verzögert auf das obere Sprunggelenk wirkt. Eine möglichst zeitnahe Reposition ist entscheidend für das Behandlungsergebnis. In der Folge empfiehlt es sich, anhand weiterführender Diagnostik (CT/MRT) die Verletzungsschwere zu klassifizieren, um eine individuelle Therapie mit etwaiger Rekonstruktion der Kapsel-Band-Strukturen einleiten zu können. Mit einem konsequenten Therapiealgorithmus lässt sich ein gutes funktionelles Ergebnis erzielen. So konnte in diesem Fall 6 Monate posttraumatisch ein AOFAS-Score von 87/100 ohne Instabilität im OSG oder USG dokumentiert werden. Präventive Maßnahmen wie Eigenreflexschulung, Pronatorentraining und OSG-Taping vor Beginn und begleitend zur sportlichen Betätigung auf einem Trampolin erscheinen daher empfehlenswert.
Schlüsselwörter
Sprunggelenkluxation ohne Fraktur - offene Sprunggelenkluxation - Trampolin - Behandlungskonzept