Zusammenfassung
Hintergrund Die kongenitale Hüftluxation tritt mit einer Inzidenz von 0,4 – 0,7% auf, stellt eine präarthrotische Deformität dar und wird deshalb, wenn nicht frühzeitig im Säuglingsalter erfolgreich therapiert, umfangreiche operative Maßnahmen im Kindes- und frühen Erwachsenenalter erforderlich machen.
Methode Im Zeitraum von 01/2013 bis 02/2019 wurden 28 600 Hüftultraschalluntersuchungen an Säuglingen im Rahmen der U2 bzw. U3 durchgeführt. Dabei wurden 71 instabile dysplastische bzw. luxierte Hüften diagnostiziert und anschließend arthrografisch gestützt geschlossen reponiert. Das Repositionsergebnis wurde durch Anlage eines Becken-Bein-Gipses gesichert und im MRT mittels Azetabulum-Kopf-Index (AKI), Sphärizität und Kopf-Überdachungs-Index (KÜX) bzw. mittelfristig mittels Hüftsonografie nach Graf kontrolliert.
Ergebnisse Die Erfolgsquote geschlossener Reposition und damit Hüftausreifung betrug 91,6% bei der primären Reposition. Patienten mit primär nicht suffizient reponierbarer Hüfte waren signifikant (p = 0,003) älter als Patienten, deren Hüften primär geschlossen reponierbar waren. Kongenital luxierte bzw. instabile Hüften zeigten einen signifikant geringen AKI (p < 0,001), KÜX (p = 0,03) und eine signifikante Entrundung (Sphärizität; p < 0,001) im Vergleich zu stabilen Hüftgelenken.
Schlussfolgerung Die frühe Diagnose und Therapie der kongenitalen Hüftluxation mittels geschlossener Reposition ist entscheidend für eine regelhafte Ausreifung der Hüfte ohne zusätzliche chirurgische Maßnahmen.
Schlüsselwörter
DDH - geschlossene Reposition - AKI - KÜX - Hüftluxation