Zusammenfassung
Hintergrund In dem Jahresbericht von EndoCert werden die Ergebnisse der Qualitätsindikatoren (QI) und Kennzahlen der zertifizierten EndoProthetikZentren (EPZ) veröffentlicht. Bei einigen Ergebnissen scheint es, dass Zentren mit wenigen Wechseleingriffen höhere Komplikationsraten haben. Um Fehlinterpretationen zu vermeiden, müssen diese Ergebnisse differenziert bewertet werden. Es ist zu prüfen, ob die Anzahl der Wechseleingriffe oder der Wechselquotient eines EPZ Auswirkungen auf die Ergebnisqualität hat.
Material und Methoden In diese Studie wurden alle zertifizierten EPZ und EPZmax (n = 492) eingeschlossen und das Datenjahr 2016 ausgewertet. Mithilfe von „funnel plots“ und den Grenzwerten von 99,7% als „action limit“ wurden Zentren außerhalb der Aktionsgrenze ermittelt. Zudem wurden die Daten für die QI mittels ANCOVA analysiert. Statistische Signifikanz wurde als p < 0,05 festgelegt.
Ergebnisse Zentren mit unterschiedlicher Wechselrate weisen bei der Analyse mit ANCOVA mit „Anzahl an Wechseleingriffen“ als Kovariate im Wesentlichen keine signifikanten Unterschiede hinsichtlich der Komplikationsrate auf. Unter Berücksichtigung des Wechselquotienten hingegen (Verhältnis Wechsel- zur Gesamteingriffszahl) wurden bei den Hüftwechseln signifikante Unterschiede bei der Rate von Frakturen und Fissuren wie auch der Mortalität und bei den Kniewechseln bei der Mortalität nachgewiesen.
Schlussfolgerung EPZ mit wenigen Wechseleingriffen weisen keine höheren Komplikationsraten auf als Zentren mit hohen Wechselzahlen. Die Anzahl der Wechseleingriffe hat somit keinen Einfluss auf die Ergebnisqualität, wenn auf der Basis dieser Daten des EndoCert-Systems keine Risikoadjustierung der patientenspezifischen Daten erfolgt. Der Wechselquotient eines EPZ zeigt, dass dann Quantität nicht mit Qualität gleichzusetzen ist.
Schlüsselwörter
EndoCert - Qualitätsindikatoren - Ergebnisqualität - Wechselquotient - Komplikationsrate