Zusammenfassung
Die Begutachtung unter besonderer Berücksichtigung von Schmerz kann nicht schematisch
erfolgen. Sie muss stets auf den Einzelfall ausgerichtet sein und die gesamte biografische
Anamnese mit einbeziehen, zum Beispiel auch die tatsächlich durchgeführten Therapiemaßnahmen
und deren Ergebnis, Auswirkungen auf Alltagsaktivitäten sind so genau wie möglich
zu ermitteln. Weiterhin ist dann eine Beurteilung des Schweregrades zur Störung ebenso
durchzuführen wie eine Abgrenzung gegenüber Aggravation und Simulation. Nachvollziehbar
und unter Berücksichtigung geeigneter Instrumente ist die Überprüfung der Konsistenz
vorzunehmen, die Diagnosen unter Berücksichtigung geltender ICD-Kriterien und Kodierungshilfen
als Vollbeweis zu ermitteln. Dabei ist zu berücksichtigen, dass Erkrankungen der Stütz-
und Bewegungsorgane sehr häufig mit psychischen Komorbiditäten einhergehen. Diese
gilt es zu erfassen. Darüber hinaus sind Erkrankungen der seelischen Gesundheit, die
mit Schmerzen einhergehen, ebenfalls von höchster Relevanz für das Fachgebiet der
Orthopädie und Unfallchirurgie und deren Begutachtung. Hier sind es vor allen Dingen
die somatoformen Störungen und die chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen
Faktoren, die differenzialdiagnostisch abzugrenzen sind.
Summary
The assessment with special consideration of pain cannot be done schematically. It
always has to be aligned to the individual case and has to include the entire biographical
anamnesis with, for example, the actually performed therapeutic measures and their
results and effects on daily activities, which have to be determined as accurately
as possible. Furthermore, an assessment of the severity of disorder also needs to
be realized as well as a distinction from aggravation and simulation. A validation
of the consistency has to be carried out comprehensibly and in consideration of appropriate
tools to determine diagnoses considering valid ICD-criteria and coding aids as full
proof. It should be noted that diseases of the musculoskeletal system are often accompanied
by psychological comorbidities, which have to be conceived. Moreover, diseases of
mental health that are associated with pain are also highly relevant in orthopedic
and trauma surgery and its assessment. Above all, the somatoform disorders and chronic
pain disorder with somatic and psychological factors have to be defined by differential
diagnosis.
Schlüsselwörter
Begutachtung - Schmerz - Gesundheitswesen
Keywords
Assessment - pain - public health