Zusammenfassung
Ziel der Studie Die geltenden verschärften Hygieneempfehlungen
des Robert-Koch-Instituts zur Eindämmung der Ausbreitung des Coronavirus
mit Versammlungsverbot und Mindestabstand sind im innerklinischen Alltag nicht
umsetzbar. Zur Minimierung von persönlichen Kontakten wurden die
internen Arztkonferenzen auf ein Videokonferenzformat
umgestellt.
Methodik Innerhalb 24 Stunden wurde unter Anschaffung von
Standard-Webcams, Auswahl eines lizenzierten Videoanbieters und Ausnutzen der
bereits vorhandenen technischen Geräte die allgemeine Hygienerichtlinie
für unsere Mitarbeiter umgesetzt. Häufige Fehlerquellen im
Rahmen der Videokonferenz wurden protokolliert und technische Lösungen
erarbeitet.
Ergebnisse Die Videokonferenz ermöglichte die
adäquate Patientenversorgung und Aufrechterhaltung der gewohnten
organisatorischen Abläufe. In 4 Wochen konnten 956 persönliche
Kontakte vermieden werden. Die meisten Fehler traten im Rahmen der ersten
Teilnahme einer Person oder Erstanmeldung eines Gerätes auf. Die
häufigsten Fehler betrafen die Tonqualität und konnten umgangen
werden, indem nur an der Diskussion beteiligte Teilnehmer ihr Mikrofon
für die Sprechdauer
aktivierten.
Schlussfolgerung Mitarbeiterkonferenzen im Videoformat
können mit geringem personellem und technischem Aufwand etabliert
werden, um der Ausbreitung des Coronavirus unter medizinischem Personal
entgegenzuwirken.
Abstract
Background For medical professionals in hospitals, it is nearly impossible to
abide by the rules of social distancing to prevent coronavirus transmission. In
order to avoid unnecessary contact between medical staff, virtual medical boards
were implemented.
Methods Technical requirements for virtual boards were
established overnight. Standard web cams and one license for a licensed provider
of virtual boards were acquired. Most of the other technical gear required was
readily available. Frequent and typical errors during the virtual boards were
recorded and analyzed.
Results Virtual boards provided the means for adequate
patient care in spite of social distancing among the medical staff. Over a
period of 4 weeks, 956 face-to-face contacts were avoided. Most errors occurred
during first-time participation and concerned audio transmission. By muting the
microphone of inactive participants, most of these errors could be avoided.
Conclusions Virtual boards for medical staff can be implemented with minimal
effort und standard technical gear to slow down the transmission of coronavirus
among medical professionals in the hospital setting.
Schlüsselwörter Coronavirus - Telemedizin - Datenschutz - Virtuelles Board
Key words Corona Virus - Telemedicine - Virtual Board - Patient Privacy