Abstract
Catatonia is a widespread problem in psychiatric hospitals as approximately 10% of patients present with catatonic symptoms upon admission. Catatonia carries the risk of severe, even fatal complications. The first line treatment is usually electroconvulsive therapy (ECT) or benzodiazepines, but ECT may not be readily available and benzodiazepines may not always be effective. We describe the case of a patient presenting with severe symptoms of catatonic depression who completed a 3-day course of 25 mg aripiprazole that rapidly resolved his catatonic symptoms. Several cases have already been reported where administration of aripiprazole successfully resolved catatonic symptoms after other treatment options had failed. Aripiprazole’s efficacy and advantages may lie in its unique receptor profile. It acts as a dopamine D2 receptor (D2 R) antagonist and partial D2 R agonist depending on the precise cellular milieu, which may explain its efficacy and favourable side effect profile compared to other antipsychotics used to treat catatonia. Aripiprazole also partially agonises D3 receptors and serotonin 2 C receptors (5-HT2 C), which may contribute to its antidepressant properties. Aripiprazole enhances gamma-aminobutyric acid (GABA) transmission in certain brain areas, and it is widely agreed that low GABA activity may contribute to catatonic symptoms. Pharmacokinetics studies show that peak plasma levels are reached rapidly, within 2–3 hours of intramuscular administration and 4–6 hours of oral administration. Administration of high-dose aripiprazole (>25 mg/day) should be considered as a viable alternative to ECT and benzodiazepines in patients presenting with catatonic symptoms. Aripiprazole also carries a much lower risk of complications compared to other antipsychotics.
Zusammenfassung
Etwa 10% der Patienten weisen zum Aufnahmezeitpunkt in psychiatrischen Kliniken katatone Symptome auf. Die Katatonie ist eine ernstzunehmende Erkrankung, die mit dem Potenzial für schwerwiegende, sogar lebensbedrohliche Konsequenzen einhergeht. Der Goldstandard in der Behandlung der Katatonie sind normalerweise Benzodiazepine und/oder Elektrokonvulsionstherapie (EKT). Die EKT ist jedoch nicht immer rasch verfügbar, und Benzodiazepine zeigen nicht immer einen unmittelbaren Behandlungserfolg. Wir berichten über den Fall eines Patienten mit deutlichen Symptomen einer katatonen Depression, der 3 Tage lang mit 25 mg Aripiprazol oral behandelt wurde, woraufhin die Symptomatik rasch und nahezu vollständig remittierte. In der Literatur wurde bereits von einigen Fällen berichtet, in denen katatone Symptome erfolgreich mit Aripiprazol behandelt wurden, selbst nachdem andere Behandlungsversuche mit Benzodiazepinen oder Antipsychotika bereits gescheitert waren. Aripiprazols Erfolg in der Behandlung der Katatonie liegt vermutlich in seinem einzigartigen Rezeptorprofil. Aripiprazol fungiert gleichzeitig sowohl als D2-Rezeptor-Antagonist als auch als partieller D2-Rezeptor-Agonist, je nach dem umgebenden zellulären Milieu. Genau hierin liegt vermutlich sein Vorteil gegenüber anderen Antipsychotika. Ferner weist Aripiprazol Eigenschaften eines partiellen D3-Rezeptor-Agonisten sowie eines partiellen Serotonin-2C-Rezeptor-Agonisten (5-HT2C) auf, was möglicherweise zu seiner antidepressiven Wirkung beiträgt. Zusätzlich verursacht Aripiprazol in einigen Hirnregionen erhöhte Gamma-Aminobuttersäure-Aktivität (GABA-Aktivität), und es wird davon ausgegangen, dass eine zu niedrige GABA-Aktivität eine wichtige Rolle bei der Entwicklung der katatonen Symptome spielt. Bezüglich der Pharmakokinetik zeigt Aripiprazol ein rasches Erreichen des Spitzenplasmaspiegels innerhalb von 2 bis 3 Stunden bei intramuskulärer Gabe und 4 bis 6 Stunden bei oraler Gabe, was möglicherweise den raschen Therapieerfolg erklärt. In der Behandlung der Katatonie sollte daher die medikamentöse Therapie mit höher dosiertem Aripiprazol (> 25 mg/Tag) als erfolgversprechende und sichere Alternative zu Benzodiazepinen und EKT berücksichtigt werden. Außerdem birgt die Behandlung mit Aripiprazol ein weitaus geringeres Risiko für schwerwiegende Komplikationen in der Behandlung von Patienten mit katatoner Symptomatik als manch andere Antipsychotika.
Key words aripiprazole - catatonic depression - catatonic schizophrenia - catatonia - unique receptor profile of aripiprazole - new generation antipsychotics
Schlüsselwörter Katatonie - katatone Schizophrenie - katatone Depression - Aripiprazol - einzigartiges Rezeptorprofil von Aripiprazol - atypische Antipsychotika