Nervenheilkunde 2021; 40(06): 461-462
DOI: 10.1055/a-1389-6610
Gesellschaftsnachrichten

Mitteilungen der Deutschen Gesellschaft für Muskelkranke e.V.

Joachim Sproß

Preisverleihungen bei der DGM 2021: Feierliche Würdigung aller Forschungspreisträger

Einer der Tagungshöhepunkte beim 25. Kongress des Medizinisch-Wissenschaftlichen Beirates der Deutschen Gesellschaft für Muskelkranke e. V. (DGM) waren am 24. März 2021 die feierlichen Verleihungen von Forschungspreisen am Abend des ersten Kongresstages, mit denen Wissenschaftler aus der ganzen Welt von der DGM für ihre grundlegenden und herausragenden Arbeiten auf dem Gebiet der neuromuskulären Erkrankungen ausgezeichnet wurden.

„Traditionell beginnen wir die Würdigungen mit der Vergabe des Juniorpreises“, betonte der DGM-Vorsitzende Dr. Stefan Perschke zur Eröffnung der Preisverleihungen. Der Juniorpreis 2021 für neuromuskuläre Erkrankungen der Deutschen Gesellschaft für Muskelkranke e. V., gestiftet von der Firma Hormosan Pharma GmbH, ging an Dr. Miriam Fichtner, Yale Universität, USA. Sie wurde für ihre Forschungen im Bereich der Immunpathogenese von Myasthenia gravis gewürdigt. Dabei geht es um die Reifung der Affinität von Antikörpern, die entscheidend für ihre krankmachende Wirkung ist, wie Prof. Reinhard Dengler, Hannover, in der Laudatio hervorhob.

Mit dem Myositis-Nachwuchs-Forschungspreis 2021 für neuromuskuläre Erkrankungen der DGM, gestiftet von Josef und Dr. Denis Dumm sowie Jutta Franke-Martini, wurde Dr. Samuel Knauss, Charité Berlin, für seine Arbeit „PD1 pathway in immune-mediated myopathies. Pathogenesis of dysfunctional T cells revisited” ausgezeichnet. In der Laudatio zu diesem mit 3000 Euro dotierten Preis wies PD Dr. Arpad von Moers, Berlin, darauf hin, dass der Preisträger – inspiriert von der Beobachtung an Patienten – ausführlich die Effektivität von T-Zellen erforschte und auch in vielen anderen Bereichen engagiert sei.

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1. Preis des Felix-Jerusalem-Preises
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2. Preis des Felix-Jerusalem-Preises
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3. Preis des Felix-Jerusalem-Preises
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Duchenne-Erb-Preis International
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Duchenne-Erb-Preis National
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Junior-Preis
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Myositis-Nachwuchs-Forschungspreis

Der Felix-Jerusalem-Preis für neuromuskuläre Erkrankungen der DGM wird von dem Biotechnologieunternehmen Sanofi Genzyme gestiftet. Der 3. Preis ging an Dr. Stephan Wenninger, München, „für seine klinische Forschung zum Thema neuromuskuläre Erkrankungen mit Schwerpunkt der Diagnostik, Versorgung und Therapie bei myotonen Dystrophien der Glykogenspeichererkrankung Typ 2 (Morbus Pompe) und myasthenen Syndromen (Myasthenia gravis, Lambert-Eaton Syndrom)“. Dengler wies in der Laudatio darauf hin, dass der Neurologe sich am Friedrich-Baur-Institut, einem der führenden Forschungseinrichtungen für neuromuskuläre Erkrankungen, seit vielen Jahren klinisch und wissenschaftlich mit neuromuskulären Erkrankungen beschäftigt und Autor einer ganzen Reihe von Forschungsprojekten ist.

Der 2. Preis wurde PD Dr. Markus Weiler, Universitätsklinikum Heidelberg, für seine publizierte wissenschaftliche Arbeit „Multimodale Biomarker – Entwicklung für die 5q-assoziierte spinale Muskelatrophie (SMA)“ verliehen. In seiner Laudatio hob von Mörs hervor, dass der Preisträger als Mediziner und Molekularbiologe mit seinem Team wegweisende Beiträge für das Monitoring therapeutischer Intervention sowohl in der Forschung als auch bei bereits zugelassenen Therapien geleistet hat.

Der 1. Preis ging gleichermaßen an Prof. Tim Hagenacker, Essen, Dr. Claudia Wurster, Ulm, und Dr. René Günther, Dresden, für die gemeinsame Forschungsarbeit „Nusinersen in adults with 5q spinal muscular atrophy: a non-interventional, multicentre, observational cohort study“. Laudator Dengler würdigte diese Arbeit, die allerhöchste internationale Beachtung gefunden hat, als ganz besondere wissenschaftliche Leistung: „Das wirklich Aufregende an dieser Arbeit ist, dass sie zeigt, dass Nusinersen auch bei Erwachsenen noch Veränderungen bewirken kann!“

Alle 2 Jahre wird der Duchenne-Erb-Preis als höchstrangiger Preis der DGM vergeben, mit dem Forscher für ihr herausragendes Lebenswerk ausgezeichnet werden. Mit dem Internationalen Duchenne-Erb-Preis 2021 für neuromuskuläre Erkrankungen der DGM wurde Prof. Kevin Talbot, University of Oxford, gewürdigt. Er bekam den Preis für seine jahrzehntelangen herausragenden wissenschaftlichen und klinischen Leistungen auf dem Gebiet der neuromuskulären Erkrankungen. Laudator PD Dr. Grosskreutz stellte seine inspirierenden Führungsqualitäten in der kritischen und innovativen akademischen Medizin heraus, bevor Talbot seinen Vortrag „The clinican scientist: a useful chimera?“ präsentierte. Der nationale Duchenne-Erb-Preis 2021 für neuromuskuläre Erkrankungen der DGM wurde Prof. Wolfgang Müller-Felber, München, verliehen – „in Anerkennung seines Lebenswerks als Neurologe und Neuropädiater, zusätzlich zu herausragenden Beiträgen zur Erforschung und Weiterentwicklung medikamentöser Handlungsoptionen, der Langzeitbetreuung von Kindern und Jugendlichen mit neuromuskulären Erkrankungen. Als wissenschaftlicher Leiter des SMA-Screening-Projekts trug er zudem wesentlich dazu bei, dass das Neugeborenen-Screening auf SMA in Deutschland eingeführt wird.“ In der Laudatio hob von Moers zudem seine umfassende Kompetenz in den verschiedenen Fachdisziplinen hervor.



Publikationsverlauf

Artikel online veröffentlicht:
02. Juni 2021

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