ZUSAMMENFASSUNG
Hintergrund Aufgrund von Sicherheitsmaßnahmen in Bezug auf COVID-19 sind Klinikmitarbeiter aller Bereiche angehalten, die Mehrheit der Zeit Mund-Nase-Schutz (MNS) zu tragen. Mitarbeiter im Gesundheitswesen empfinden Atemschutzmasken häufig als störend und befürchten negative Auswirkungen auf die geistige Leistungsfähigkeit. In der aktuellen Studie wurden die Folgen des Tragens von MNS auf Kognition und Psyche sowie die Selbsteinschätzungen der Mitarbeiter in Bezug auf potenzielle Auswirkungen untersucht.
Methode 29 Klinikmitarbeiter wurden hinsichtlich ihrer kognitiven Leistungsfähigkeit sowie psychischen Gesundheit an 2 jeweils ± 90-minütigen Terminen untersucht, wobei Mitarbeiter bei einem der Testtermine MNS trugen. Die Untersuchungen beinhalteten neuropsychologische Diagnostik, Fragebögen, Erfassung der Puls- und Sauerstoffwerte sowie Selbsteinschätzung der Probanden in Bezug auf ihre kognitive Leistungsfähigkeit.
Ergebnisse Das Tragen von MNS hatte keine Auswirkung auf die Selbsteinschätzung hinsichtlich der kognitiven Leistungsfähigkeit. Durch das Tragen von MNS über einen Zeitraum von ± 90 Minuten treten keine kognitiven Leistungseinbußen ein. Die Selbsteinschätzung der kognitiven Leistungsfähigkeit wird hingegen durch Befürchtungen hinsichtlich der Corona-Situation beeinflusst.
Schlussfolgerung Sowohl subjektiv als auch objektiv entstehen durch das vermehrte Tragen von MNS keine Minderungen der kognitiven Leistungsfähigkeit von Klinikmitarbeitern. Die Selbsteinschätzung wurde jedoch durch das Sicherheitserleben und die Befürchtungen mitbestimmt, weswegen ein respektvoller Umgang mit individuellen Sorgen und Ängsten in Bezug auf die COVID-19-Situation im Arbeitskontext von großer Bedeutung zu sein scheint.
Abstract
Background Due to current safety measures concerning the Corona pandemic, clinical staff in all sections are urged to wear surgical masks most of the time. Health care workers often perceive respiratory protection as uncomfortable and suspect a negative impact on their cognitive abilities. The current study investigated the impact of surgical masks on cognition and mental health as well as staff members’ self-evaluations regarding potential impacts.
Methods 29 clinical health care workers underwent 2 ± 90-minute sessions assessing their cognitive abilities and psychological health, one session wearing a surgical mask and one without. The assessments included neuropsychological diagnostics, questionnaires, recordings of partial pressure of oxygen (PO2) and pulse as well as self-assessments regarding their cognitive abilities.
Results Wearing surgical masks over 90-minutes had an impact neither on the subjects self-assessment, nor on the objective measures of cognitive functioning. However, self-assessments of cognitive abilities were influenced by apprehensions regarding the COVID-19 situation.
Conclusions Neither subjective nor objective cognitive abilities are influenced by wearing surgical masks. Self-assessments were, however, predicted by perceptions of safety and worries. Hence, it is of paramount importance to acknowledge the individual fears of health care workers regarding the COVID-19 situation in a working environment.
Schlüsselwörter
Mund-Nase-Schutz - Kognition - Selbsteinschätzung - Klinikpersonal - COVID-19
Key words
Surgical masks - cognition - self-assessment - health care workers - COVID-19