Zusammenfassung
Tripolare Pfannen bzw. Dual-Mobility-Pfannen (dual mobility cups, DMCs) wurden bereits vor über 40 Jahren in Frankreich eingeführt und erfahren nun auch in Deutschland zunehmende Anwendung
– nicht nur in der Revisionsendoprothetik, sondern auch in der Primärendoprothetik. Durch das simulierte Großkopfprinzip mit doppelter Artikulation sollen DMCs einen hohen Bewegungsumfang im
Hüftgelenk mit reduzierter Luxationsgefahr gewährleisten. Inzwischen zeigen zahlreiche Studien geringe Dislokationsraten sowie hohe Überlebensraten im mittelfristigen Follow-up. Es gibt
allerdings noch relativ wenige Langzeitdaten, insbesondere zum Einsatz in der Primärendoprothetik und der Stellenwert von Material- bzw. Designvarianten ist bislang noch unklar. Aus diesem
Grund werden DMCs in der Primärendoprothetik aktuell vor allem bei Patient*innen mit erhöhtem Instabilitätsrisiko propagiert. Dazu gehören insbesondere eine Insuffizienz der
pelvitrochantären Muskulatur, die eingeschränkte spinopelvine Mobilität, neuromuskuläre Erkrankungen oder Adipositas permagna sowie der Einsatz in der Frakturendoprothetik. Basierend auf
einer Literaturübersicht zu diesen Indikationen wird der aktuelle Diskussionsstand zusammengefasst.
Schlüsselwörter
Dual Mobility - tripolare Pfannen - Hüftendoprothetik - Luxation - Instabilität