Zusammenfasssung
Der Geruchssinn ist wichtig. Das wurde insbesondere v. a. Patient:innen
mit infektbedingtem Riechverlust während der SARS-CoV2 Pandemie bewusst.
Wir reagieren z. B. auf Körpergerüche unserer
Mitmenschen – die Nase bestimmt/wen wir „riechen
können“. Der Geruchssinn warnt uns vor Gefahren, die Wahrnehmung
von Düften und die Wahrnehmung von Aromen beim Essen bedeuten
Lebensqualität. Eine Anosmie muss daher ernst genommen werden. Obwohl
sich olfaktorische Rezeptorneurone durch Regenerationsfähigkeit
auszeichnen, sind Anosmien mit etwa 5% relativ häufig.
Riechstörungen werden nach der Ursache eingeteilt (z. B.
Infekte, Schädelhirntraumen, chronische Rhinosinusitis, Alter) mit den
sich daraus ergebenden unterschiedlichen Therapieoptionen und Prognosen. Eine
gründliche Anamnese ist deshalb bedeutsam. Zur Diagnostik stehen
verschiedenste Untersuchungsverfahren zur Verfügung, von orientierenden
Kurztests über ausführliche mehrdimensionale Testverfahren bis
hin zu elektrophysiologischen und bildgebenden Methoden. Damit sind quantitative
Riechstörungen gut erfassbar und nachverfolgbar. Bei qualitativen
Riechstörungen wie der Parosmie stehen derzeit allerdings keine
objektivierenden Diagnoseverfahren zur Verfügung. Die therapeutischen
Möglichkeiten bei Riechstörungen sind begrenzt. Trotzdem stehen
mit dem Riechtraining sowie verschiedenen additiven medikamentösen
Möglichkeiten wirksame Optionen zur Verfügung. Von
großer Bedeutung ist nach wie vor die Beratung und das kompetente
Gespräch mit den Patient:innen.
Schlüsselwörter
Riechen - Nase - Chemosensorik - Anosmie