
Zusammenfassung
Heutzutage wird nur verhältnismäßig selten und in ausgewählten Situationen anstelle des
Magens ein Koloninterponat als Rekonstruktionsorgan für den Ersatz der Speiseröhre gewählt.
Das Kolon ist ein bewährtes und zuverlässiges Organ für den tubulären Ersatz der Speiseröhre,
wenn der Magen nicht für die Rekonstruktion der Speisepassage zur Verfügung steht. Die
Koloninterposition ist eine insgesamt komplexe und komplikationsbehaftete Operation. Sie
erfordert eine spezifische Indikationsstellung und eine gründliche präoperative Vorbereitung.
Technisch stellt die Koloninterposition hohe Anforderungen insbesondere an die Auswahl und
Präparation der vaskulären Versorgung des Rekonstruktionsorgans. Auch die Rekonstruktionsroute
und Hochführung des Interponats zum Ösophagus und die Notwendigkeit der Anlage von 3 oder 4
gastrointestinalen Anastomosen stellen deutlich höhere Anforderungen als die Rekonstruktion
mittels Magenschlauch. Insgesamt können trotz der deutlichen operationsbedingten Morbidität
zumeist ein gutes funktionelles Ergebnis und eine gute Lebensqualität erreicht werden. Die in
der eigenen Praxis erprobte Operationstechnik wird ausführlich beschrieben. Weiterhin wird auf
Basis der vorhandenen Literatur eine Übersicht über die Ergebnisse insbesondere in Hinblick
auf chirurgische Komplikationen und die Lebensqualität nach Koloninterposition gegeben.
Abstract
Nowadays, it is only relatively rare and in selected situations that colonic interposition
is chosen rather than the stomach as a reconstructive organ for replacing the oesophagus. The
colon is a reliable organ for tubular replacement of the oesophagus when the stomach is not
available for reconstruction. Colon interposition is a complex and complicated operation. It
requires a specific indication and thorough preoperative preparation. From a technical point
of view, colon interposition places high demands on the selection and surgical dissection of
the vascular supply to the reconstructed organ. The reconstruction route and elevation of the
interposition graft to the proximal oesophagus and the need to create 3 or 4 gastrointestinal
anastomoses also place significantly higher demands than reconstruction using a gastric tube.
Overall, despite the significant surgery-related morbidity, good functional results and a good
quality of life can usually be achieved. The surgical technique applied in our own practice is
described in detail. An overview from literature on the results of colonic interposition is
given, particularly with regard to surgical complications and quality of life after colon
interposition.
Schlüsselwörter
Ösophaguskarzinom - Ösophagusresektion - Koloninterposition
Keywords
esophageal cancer - esophagectomy - colon interposition