Flugmedizin · Tropenmedizin · Reisemedizin - FTR 2025; 32(01): 38-39
DOI: 10.1055/a-2423-7899
Gesellschaft
BExMed
Deutsche Gesellschaft für Berg- und Expeditionsmedizin e. V.

Liebe Mitglieder und Interessierte der BExMed,

Wolfgang Schaffert
,
Raimund Lechner

ich hoffe, dass das Jahr 2025 gut gestartet ist und dass die stabilen Wetterverhältnisse über den Alpen mit zumindest ausreichender Schneelage die ein oder andere schöne Tour über die Feiertage ermöglicht haben ([ Abb. 1 ]).

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Abb. 1 Aufstieg zum Roalden, Norwegen, Senja. [rerif]

Eine interessante Analyse des vergangenen Winters bietet der Saisonrückblick 2023/24 für Tirol, der sicherlich im Wesentlichen auch auf andere Gebiete der Alpen übertragen werden kann. Die hohen Temperaturen (einer der 2 wärmsten Winter seit Beginn der Aufzeichnungen 1767/68) und die überdurchschnittlich hohe Niederschlagsmenge sorgten in den Hochlagen für eine hohe Schneelage, in Lagen unter 1500 m jedoch für oft schneefreie Niederungen. Es trat eine ausgeprägte Gleitschneeproblematik auf, auch an Orten, wo bisher keine Gleitschneeaktivitäten zu verzeichnen waren. Ob dieser warme und niederschlagsreiche Winter eine Blaupause für zukünftige Winter ist oder ob es sich um einen statistischen Ausreißer handelt, wird die Zukunft zeigen. Jedoch decken sich die Abweichungen vom langjährigen Mittel mit den zu erwartenden Änderungen in kalkulierten Szenarien der Klimaerwärmung.

Winterzeit ist Kletterhallenzeit. Vor einigen Jahren gab es Diskussionen und Studien zur Feinstaubbelastung in Kletterhallen, hauptsächlich verursacht durch Magnesiagebrauch. Eine neue Datenerhebung untersucht nun den Abrieb von Kletterschuhen und die daraus resultierende Schadstoffbelastung in Kletterhallen. Diese Daten sind bisher jedoch nur auf einem Preprint-Server veröffentlicht, mittlerweile in der vierten Version, und unterliegen damit noch keinem Peer-Review-Verfahren. Dennoch handelt es sich um einen bisher kaum beachteten Aspekt des Klettersports, der auch außerhalb der Alpinsportpresse mehrfach aufgegriffen wurde und dessen gesundheitliche Relevanz jedoch noch offen ist. Wir sind auf die final publizierten Ergebnisse und die daraus resultierende Diskussion gespannt.

Sicherlich auch lesenswert ist die Kletterhallenunfallstatistik 2023 des Deutschen Alpenvereins. Bouldern ist mit über 70 % für die meisten Verletzungen, die eine Rettungsdienstalarmierung und/oder einen Krankenhausaufenthalt notwendig machten, verantwortlich, wobei zumeist nur die Extremitäten betroffen sind. Bei Seilkletterunfällen sind die betroffenen Körperregionen gleichmäßiger verteilt und auch multiple Verletzungen sind häufig. Neben den Hauptunfallursachen werden auch Verhaltensmaßnahmen zur Unfallreduktion beschrieben. Mehr Details können in dem grafisch gut aufbereiteten Report nachgelesen werden.

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Article published online:
10 February 2025

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