Open Access
CC BY-NC-ND 4.0 · Gesundheitswesen 2025; 87(S 03): S317-S323
DOI: 10.1055/a-2543-3179
Original Article

Telemedizin in der Pädiatrie – Akzeptanz und Zufriedenheit aus Elternperspektive

Artikel in mehreren Sprachen: English | deutsch

Autor*innen

  • Sarah Heimbuch

    1   Institut für Community Medicine, Abteilung Versorgungsepidemiologie und Community Health, Universitätsmedizin Greifswald, Greifswald, Germany
    2   Deutsches Zentrum für Kinder- und Jugendgesundheit (DZKJ), Standort Greifswald/Rostock, Universitätsmedizin Greifswald, Greifswald, Germany
  • Luisa Tischler

    1   Institut für Community Medicine, Abteilung Versorgungsepidemiologie und Community Health, Universitätsmedizin Greifswald, Greifswald, Germany
    2   Deutsches Zentrum für Kinder- und Jugendgesundheit (DZKJ), Standort Greifswald/Rostock, Universitätsmedizin Greifswald, Greifswald, Germany
  • Angelika Beyer

    1   Institut für Community Medicine, Abteilung Versorgungsepidemiologie und Community Health, Universitätsmedizin Greifswald, Greifswald, Germany
    3   Institut für Pflegewissenschaft und Interprofessionelles Lernen, Universitätsmedizin Greifswald, Greifswald, Germany
  • Yvonne Jordan

    1   Institut für Community Medicine, Abteilung Versorgungsepidemiologie und Community Health, Universitätsmedizin Greifswald, Greifswald, Germany
    2   Deutsches Zentrum für Kinder- und Jugendgesundheit (DZKJ), Standort Greifswald/Rostock, Universitätsmedizin Greifswald, Greifswald, Germany
  • Nils Pfeuffer

    1   Institut für Community Medicine, Abteilung Versorgungsepidemiologie und Community Health, Universitätsmedizin Greifswald, Greifswald, Germany
    2   Deutsches Zentrum für Kinder- und Jugendgesundheit (DZKJ), Standort Greifswald/Rostock, Universitätsmedizin Greifswald, Greifswald, Germany
  • Heiko Krause

    1   Institut für Community Medicine, Abteilung Versorgungsepidemiologie und Community Health, Universitätsmedizin Greifswald, Greifswald, Germany
  • Neeltje van den Berg

    1   Institut für Community Medicine, Abteilung Versorgungsepidemiologie und Community Health, Universitätsmedizin Greifswald, Greifswald, Germany
    2   Deutsches Zentrum für Kinder- und Jugendgesundheit (DZKJ), Standort Greifswald/Rostock, Universitätsmedizin Greifswald, Greifswald, Germany

Zusammenfassung

Hintergrund

Die telemedizinische Vernetzung von Kinder-Kliniken unterschiedlicher Größen und Spezialisierungen kann insbesondere in ländlichen Regionen mit strukturellen Einschränkungen eine wohnortnahe Versorgung unterstützen. In Mecklenburg-Vorpommern und Nord-Brandenburg wurde ein Regionales Telepädiatrisches Netzwerk (Innovationsfondsprojekt RTP-Net) implementiert. In dieser Publikation wird der Frage nachgegangen, wie teilnehmende Eltern diese Versorgungsform akzeptierten und bewerteten.

Methodik

Der Mixed-Methods-Ansatz umfasste einen deskriptiv ausgewerteten standardisierten Fragebogen für Eltern, die ihr Kind im Beobachtungszeitraum 02.2021 bis 03.2023 in einer teilnehmenden Klinik vorstellten und an der Studie teilnahmen. Zwischen 12.2023 und 02.2024 wurden telefonische Interviews mit Eltern geführt, die einer Wiederkontaktierung zugestimmt hatten. Die Interviews wurden transkribiert und inhaltlich strukturierend nach Kuckartz kategorisiert und ausgewertet.

Ergebnisse

Es wurden 507 Fälle (403 Patienten) in das RTP-Net eingeschlossen. Daten aus 138 Elternfragebögen wurden analysiert. 74,5% der befragten Eltern fanden, dass die Nutzung der Telemedizin hilfreich für die Behandlung ihres Kindes war. 88,1% von ihnen können sich vorstellen, dass Telemedizin die pädiatrische Versorgung zukünftig ergänzt. Es wurden elf Telefoninterviews geführt. Diese Eltern schätzten telemedizinische Angebote positiv ein. Als Vorteile galten v. a. die Weg- und Zeitersparnis, die Verfügbarkeit spezialfachärztlicher Expertise und die Vermeidung langer Wartezeiten. Bedenken bestanden in Bezug auf den fehlenden physischen Kontakt zwischen Telemedizinarzt und Patient. Um die Akzeptanz und Zufriedenheit der Eltern zu verbessern, ist es wichtig, diese über das Resultat zu informieren, wenn die telemedizinische Maßnahme als Arzt-zu-Arzt-Konsultation erfolgte.

Schlussfolgerung

Auf Seiten der Eltern ist eine hohe Akzeptanz telemedizinischer Angebote und Vertrauen in die telemedizinische Leistungserbringung gegeben. Durch Telemedizin können Belastungen der Eltern durch lange Anfahrtswege und Wartezeiten vermieden werden und der Zugang zu spezialfachärztlicher Expertise verbessert werden.



Publikationsverlauf

Eingereicht: 30. August 2024

Angenommen: 13. Dezember 2024

Artikel online veröffentlicht:
19. Mai 2025

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