Open Access
CC BY-NC-ND 4.0 · Geburtshilfe Frauenheilkd 2025; 85(12): 1268-1275
DOI: 10.1055/a-2672-3968
GebFra Science
Review

Schockzustände in der Schwangerschaft – Empfehlungen der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI – Sektion Schock) und der Arbeitsgemeinschaft Geburtshilfe und Pränatalmedizin (AGG – Sektion Maternale Erkrankungen)

Article in several languages: English | deutsch

Authors

  • Thomas Standl

    1   Klinik für Anästhesie, Operative Intensiv- und Palliativmedizin, Städtisches Klinikum Solingen gGmbH, Solingen, Germany
  • Thorsten Annecke

    2   Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin, Krankenhaus Köln-Merheim, Klinikum der Universität Witten/Herdecke, Köln, Germany
  • Stefan Geiger

    3   Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin, Elblandklinikum Riesa, Riesa, Germany
  • Jan Kähler

    4   Klinik für Kardiologie, Klinikum Herford, Herford, Germany
  • Franz Kainer

    5   Klinik für Neurologie, Universitätsklinikum Heidelberg, Heidelberg, Germany
  • Silvia Schönenberger

    5   Klinik für Neurologie, Universitätsklinikum Heidelberg, Heidelberg, Germany
  • Sven Kehl

    6   Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, LMU Klinikum, LMU München, München, Germany
  • with contributions from members of the Section Shock of the DIVI* and the AGG**

Zusammenfassung

Ziel Die Empfehlungen der Sektion Schock der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) und der Sektion Maternale Erkrankungen der AGG (Arbeitsgemeinschaft Geburtshilfe und Pränatalmedizin) der DGGG haben das Ziel der Verbesserung der Diagnostik und des Managements von Schwangeren in einer Schocksituation. Im Jahr 2018 wurde von der Sektion Schock der DIVI eine veränderte Definition der Schockformen publiziert. Da eine Schwangerschaft zu umfangreichen physiologischen Veränderungen, die jedes Organsystem betreffen und unmittelbare Auswirkungen auf Schockentstehung und -verlauf haben können, führt, wurden die Spezifika der Schockformen in der Schwangerschaft herausgearbeitet.

Methode Es erfolgte eine selektive Literaturrecherche und iterative Konsensbildung innerhalb der Sektion Schock der DIVI und der Sektion Maternale Erkrankungen der Arbeitsgemeinschaft Geburtshilfe und Pränatalmedizin (AGG).

Ergebnisse Schock als Kreislaufinsuffizienz mit einem gravierenden Missverhältnis von O2-Angebot (DO2) und Bedarf (VO2) bleibt allen Schockformen, auch bei der Schwangeren, gemeinsam. Als Besonderheiten der Schwangerschaft werden eine veränderte Empfindlichkeit gegenüber auslösenden Ursachen, veränderte klassische Schocksymptome und die speziellen diagnostischen und therapeutischen Ansätze zur Rettung von Mutter und Kind behandelt.

Schlussfolgerungen Die Statements und Empfehlungen helfen, die zwischen den verschiedenen Schockformen (hypovolämischer Schock, distributiver Schock, kardiogener Schock und obstruktiver Schock) vorhandenen Ursachen leichter zu erkennen und das entsprechende Management einzuleiten.

* Michael Abou-Dakn, Thorsten Annecke, Christopher Beynon, Matthias Emmel, Dietmar Fries, Stefan Geiger, Axel R. Heller, Jan Kähler, Franz Kainer, Sven Kehl, Janett Kreutziger, Lorenz Lampl, Christoph Menzel, Udo Rolle, Anton Sabashnikov, Andreas Schaper, Bertram Scheller, Silvia Schönenberger, Frank Siemers, Thomas Standl, Wolfram Teske, Stefan Topp


** Michael Abou-Dakn, Franz Kainer, Sven Kehl




Publication History

Received: 25 May 2025

Accepted: 27 June 2025

Article published online:
05 September 2025

© 2025. The Author(s). This is an open access article published by Thieme under the terms of the Creative Commons Attribution-NonDerivative-NonCommercial License, permitting copying and reproduction so long as the original work is given appropriate credit. Contents may not be used for commecial purposes, or adapted, remixed, transformed or built upon. (https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/4.0/)

Georg Thieme Verlag KG
Oswald-Hesse-Straße 50, 70469 Stuttgart, Germany