Neonatologie Scan 2026; 15(01): 25-26
DOI: 10.1055/a-2704-0480
Aktuell
Hyperbilirubinämie

Extrem unreife Frühgeborene: Gefahr durch freies Bilirubin wird unterschätzt

Das freie, also das nicht an Albumin gebundene Bilirubin, ist für die neurotoxischen Bilirubineffekte ursächlich verantwortlich. Bei extrem unreifen Frühgeborenen kann ein niedriges Gesamtbilirubin trügen: Therapiebedingt erhöhte freie Fettsäuren verdrängen Bilirubin aus der Albuminbindung, berichtet ein US-Forscherteam. Es untersuchte den Zusammenhang zwischen dem freien Bilirubin und der neurologischen Entwicklung extrem unreifer Frühgeborener.

Fazit

Bei ELBW-Frühgeborenen kann ein niedriges Gesamtbilirubin Sicherheit vortäuschen, warnen die Forschenden: Da es nur schlecht mit dem freien Bilirubin korreliert, besteht die Gefahr einer Unter-, aber auch einer Über-Therapie durch „Bestrahlung“. Neurologische Schäden drohen zwar erst bei hohen freien Bilirubinspiegeln, meinen sie, gehen aber davon aus, dass unreife Frühgeborene häufiger als angenommen gefährlichen Konzentrationen ausgesetzt sind – beispielsweise bei frühzeitiger parenteraler Lipidinfusion.



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Article published online:
25 February 2026

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