Open Access
CC BY-NC-ND 4.0 · Geburtshilfe Frauenheilkd 2026; 86(02): 189-200
DOI: 10.1055/a-2765-4322
GebFra Science
Review

Barrieren und fördernde Aspekte im Zusammenhang mit der Versorgung von Endometriose-Patientinnen – ein Scoping Review

Article in several languages: English | deutsch

Authors

  • Selina Bayrak

    1   Faculty of Health, School of Medicine, Health Services Research, Witten/Herdecke University, Witten, Germany
  • Alena Allak

    1   Faculty of Health, School of Medicine, Health Services Research, Witten/Herdecke University, Witten, Germany
  • Till Neugebauer

    1   Faculty of Health, School of Medicine, Health Services Research, Witten/Herdecke University, Witten, Germany
  • Siegrun Pardon

    1   Faculty of Health, School of Medicine, Health Services Research, Witten/Herdecke University, Witten, Germany
  • Yüce Yilmaz-Aslan

    1   Faculty of Health, School of Medicine, Health Services Research, Witten/Herdecke University, Witten, Germany
  • Sven Schiermeier

    2   Faculty of Health, School of Medicine, Gynaecology and Obstetrics, Witten/Herdecke University, Witten, Germany
    3   Department of Gynaecology and Obstetrics, Marien-Hospital Witten, Witten, Germany
  • Claudia Kiessling

    4   Universität Witten/Herdecke Fakultät für Gesundheit, Witten, Germany (Ringgold ID: RIN235785)
  • Sven Schmiedl

    5   Faculty of Health, School of Medicine, Clinical Pharmacology & Center for Clinical Trials, Witten/Herdecke University, Witten, Germany
    6   Philipp Klee-Institute of Clinical Pharmacology, Helios University Hospital Wuppertal, Wuppertal, Germany
  • Christoph Dockweiler

    7   Department of Social Sciences, Faculty of Arts and Humanities, University of Siegen, Siegen, Germany
  • Patrick Brzoska

    1   Faculty of Health, School of Medicine, Health Services Research, Witten/Herdecke University, Witten, Germany


Supported by: Universität Witten/Herdecke Interne Forschungsförderung

Zusammenfassung

Hintergrund

Endometriose betrifft weltweit etwa 10–15% der Frauen im reproduktionsfähigen Alter. Trotz ihrer Häufigkeit, den erheblichen Schmerzen und psychologischen Belastungen, die mit der Erkrankung einhergehen, ist die Versorgung der Betroffenen mit zahlreichen Herausforderungen verbunden. Eine zentrale Problematik stellt die oft verzögerte Diagnosestellung dar, die im Durchschnitt erst nach 6–10 Jahren erfolgt. Eine frühzeitige Diagnose ist jedoch essenziell für den Beginn gezielter Therapieansätze. Die Erforschung der spezifischen Barrieren, die zur verzögerten Diagnose und unzureichenden Versorgung beitragen, ist bisher nicht umfassend erfolgt. Ziel dieses Scoping Reviews war es daher, bestehende Barrieren und fördernde Aspekte systematisch zu identifizieren, um daraus Ansätze zur Verbesserung der Diagnosestellung sowie Arzt-Patientinnen-Kommunikation in Deutschland abzuleiten.

Methoden

Es wurde eine systematische Recherche internationaler Studien gemäß den PRISMA-ScR-Richtlinien durchgeführt, um relevante deutsch- und englischsprachige Publikationen im Zeitraum von 2014 bis 2024 zu identifizieren. Die Recherche erfolgte in verschiedenen wissenschaftlichen Datenbanken. Eingeschlossen wurden empirische Studien zu Barrieren und fördernden Aspekten in der Endometrioseversorgung. Nach Screening und Auswahl verblieben 39 relevante Publikationen, aus denen induktiv 8 Hauptkategorien abgeleitet wurden.

Ergebnisse

Zu den primären Barrieren zählen Diagnoseverzögerungen, Stigmatisierung von Menstruationsschmerzen, emotionale Belastungen wie Scham und Angst, ein unzureichendes Schmerzmanagement sowie strukturelle Barrieren. Aus den gewonnenen Erkenntnissen lässt sich ableiten, dass eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit sowie eine patientinnenzentrierte Arzt-Patientinnen-Kommunikation erforderlich sind, um diagnostische Verzögerungen zu reduzieren und die Versorgung zu optimieren. Darüber hinaus weisen einzelne Studien darauf hin, dass digitale Technologien das Potenzial haben, Betroffene bei der Dokumentation und Kommunikation ihrer Symptome zu unterstützen.

Schlussfolgerung

Die Ergebnisse der Studie legen nahe, dass die Stigmatisierung von Endometriose deren Versorgung im Gesundheitssystem deutlich erschwert. Um dem entgegenzuwirken, sind interdisziplinäre Versorgungsmodelle, gezielte Schulungen des medizinischen Personals sowie Maßnahmen zur Stärkung der Arzt-Patientinnen-Kommunikation zentrale Ansatzpunkte für eine patientinnenzentrierte Versorgung.



Publication History

Received: 16 June 2025

Accepted after revision: 02 December 2025

Article published online:
11 February 2026

© 2026. The Author(s). This is an open access article published by Thieme under the terms of the Creative Commons Attribution-NonDerivative-NonCommercial-License, permitting copying and reproduction so long as the original work is given appropriate credit. Contents may not be used for commercial purposes, or adapted, remixed, transformed or built upon. (https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/4.0/).

Georg Thieme Verlag KG
Oswald-Hesse-Straße 50, 70469 Stuttgart, Germany