Zusammenfassung
Auf Grund unserer Ausführungen und Beobachtungen kommen wir zu dem Ergebnis, daß in vielen Fällen eine sichere Abgrenzung des Carcinoms von einer solitären silikotischen Schwielenbildung nicht möglich ist. Wir haben auf die differentialdiagnostischen Schwierigkeiten und Möglichkeiten, die sich uns klinisch, röntgenologisch und während der Operation bieten, hingewiesen. Wir führten daher jetzt in diesen Fällen als erstes die Pneumotomie durch, wodurch sich bei vorliegendem Silikom ein größerer Lungenparenchymverlust vermeiden läßt; ein Vorgehen, das sich auch bei chronisch entzündlichen, postpneumotischen Indurationen, die blastomverdächtig waren, bewährt hat. Indem wir uns der irreführenden Nomenklatur vom Standpunkt der Geschwulstlehre aus bewußt sind, haben wir trotzdem analog der Tuberkulome für unsere besprochenen Krankheitsbilder die Bezeichnung „Silikome”, „Silikotuberkulome” und „Silikokavernome” gewählt. Es soll hierdurch zum Ausdruck gebracht werden, daß es sich um pathologisch-anatomische Gewebsveränderungen handelt, die Blastome täuschend imitieren können.
Das äußerst seltene Silikocarcinom läßt sich nur im Sinne eines Narbenkrebses erklären und bedarf zu seiner Entstehung der Summierung exogener zusätzlicher Noxen entsprechend dem Traumacarcinom.