Zusammenfassung
Bei sieben Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz im fortgeschrittenen Stadium
wurden während der Peritonealdialyse mit sorbithaltigen Spülflüssigkeiten insgesamt
17 Episoden mit Oberbauchbeschwerden, Blutdrucksteigerung, Erbrechen und zum Teil
auch nachfolgendem Koma beobachtet. Diese Symptomatik wiederholte sich bei einigen
Patienten, trat jedoch nach Verwendung glucosehaltigen Dialysates sonst gleicher Zusammensetzung
nicht mehr auf und dürfte damit als Ausdruck einer Sorbit-Unverträglichkeitsreaktion
anzusehen sein. Bei komatösen Patienten wurden sehr hohe Sorbitspiegel im Liquor cerebrospinalis
und auch im Serum gemessen. Ein bei Niereninsuffizienz verzögerter Metabolismus von
Sorbit mit vorzugsweise intrazellulärer Ablagerung von Sorbit und nachfolgendem Zellödem
(insbesondere Hirnödem) muß als auslösender Faktor angenommen werden. Zur Verhütung
der bedrohlichen Reaktion sollte trotz technischer Schwierigkeiten bei der Sterilisation
Glucose statt Sorbit in Peritonealdialyselösungen benutzt werden. Wo dies nicht möglich
ist, sollte durch Beimischen von Glucoselösung die Sorbitkonzentration im Dialysat
auf weniger als 15 g/l eingestellt werden.
Summary
In seven patients with chronic renal failure in an advanced stage 17 episodes of upper
abdominal pain, hypertension, vomiting and (in some of them) coma occurred during
peritoneal dialysis with sorbitol-containing dialysate. The signs recurred in some
of the patients but did not when glucose-containing dialysate of otherwise identical
composition was used. Very high levels of sorbitol in CSF and serum were measured
in the comatose patients. The precipitating factor is probably a reduced metabolic
breakdown of sorbitol in renal failure with preferential intra-cellular deposition
of sorbitol and subsequent cellular oedema. To avoid this dangerous reaction it is
necessary to use glucose instead of sorbitol in peritoneal dialysates, despite the
technical problems of sterilisation. Where this is not possible, glucose should be
added in order to reduce the sorbitol concentration in the dialysate to less than
15 g/l.