Dtsch Med Wochenschr 1972; 97(52): 1995-1998
DOI: 10.1055/s-0028-1107694
© Georg Thieme Verlag, Stuttgart

Ergometer-Untersuchungen bei chronischen Alkoholikern

Ergometric studies in chronic alcoholicsJ. Slany, H. Mösslacher, P. Bodner, K. Kryspin-Exner
  • I. Medizinische Universitätsklinik (Vorstand: Prof. Dr. E. Deutsch) und Psychiatrische Universitätsklinik (Vorstand: Prof. Dr. P. Berner) Wien
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Publikationsverlauf

Publikationsdatum:
15. April 2009 (online)

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Zusammenfassung

Bei 21 unausgewählten, zumeist kardial unauffälligen Patienten mit chronischem Alkoholmißbrauch wurde der Druck in der Pulmonalarterie in Ruhe und während ergometrischer Belastung gemessen. Aufgrund des Druckverhaltens wurden die Patienten in zwei Gruppen unterteilt: Die Gruppe B umfaßt acht Patienten mit normaler, die Gruppe C 13 Patienten mit abnormer Hämodynamik während Ergometerbelastung. Zehn Kontrollfälle wurden als Gruppe A diesen gegenübergestellt. Bei zehn Patienten der Gruppe C war der diastolische Druckanstieg in der Arteria pulmonalis als Folge des chronischen Alkoholabusus im Sinne einer latenten Linksherzinsuffizienz zu deuten. Das Herzminutenvolumen und das Schlagvolumen bei den Patienten der Gruppe B und C waren in Ruhe normal oder erhöht und konnten während der Belastung adäquat gesteigert werden. Es ergaben sich keine statistisch gesicherten Unterschiede zwischen den Patienten mit normaler und mit gestörter Hämodynamik hinsichtlich der Art und der Menge des getrunkenen Alkohols, des Ernährungszustandes und der Leberfunktionsproben. Die Störung der Herzfunktion ist wahrscheinlich eine direkte Folge des chronischen Alkoholabusus. Es empfiehlt sich, diesen Patienten bei zusätzlichen Kreislaufbelastungen Digitalisglykoside zu geben.

Summary

Using a flow-guided catheter, pulmonary arterial diastolic pressure was measured at rest and during ergometrically controlled exercise in 21 unselected chronic alcoholic men without clinical signs of heart disease and minimal or moderate liver disease. Cardiac index and stroke volume were normal or elevated at rest and increased adequately on exercise. Pulmonary arterial diastolic pressures were normal at rest, but rose abnormally on exercise in ten patients, as a result of impaired left-ventricular function. There was no statistically significant difference between patients with normal and abnormal haemodynamic findings with regard to amount and kind of alcoholic drinks consumed, nutritional status or liver functions. Digitalization is recommended for these patients if they are subjected to additional cardiovascular stress.