Zusammenfassung
Mittels Anwendung der Azetylcholin- und Adrenalin-Elektrophorese nach G. Straube als
verläßlichem Hauttest für den vegetativ-nervösen Zustand ist festzustellen, daß eine
Tonisierung eintritt bei 1. Luftkörperwechsel in Form von Kaltfronten, Warmfronten,
Okklusionen oder Luftmassengrenzen, 2. während Auf- und Abgleitprozessen sowie freiem
Föhn und Hochdrucklagen, 3. bei Inversionslagen, wenn die Inversionsgrenze über dem
Beobachtungsort liegt.
Es besteht ein gradueller Unterschied am deutlichsten in der Wirkung von Aufgleitprozessen
und Warmfronten einerseits und Kaltfronten andererseits. Bei fast allen Reaktionen
liegt eine Dominanz des Vagus vor, der frühzeitiger auf die Luftkörperwechsel und
meist auch intensiver anspricht. Je brüsker der Akkordwechsel eintritt und je markanter
der folgende Luftkörper ist, um so stärker ist die Hautreaktion bei der angewandten
Testung. Der graduelle Unterschied in der Reaktionsintensität und Reaktionsgeschwindigkeit
zwischen Ortho- und Parasympathikus erzeugt zeitweise deutliche Dysharmonie innerhalb
des veg. N.S. unter dem Einfluß meteorologischer Akkordänderungen. Dies kann für sich
allein zu einem prämorbiden Zustand, zusammen mit anderen Störungen, z. B. Infekt,
zur Krankheit führen.