Dtsch Med Wochenschr 1944; 70(11/12): 155-157
DOI: 10.1055/s-0028-1118868
Forschungsergebnisse

© Georg Thieme Verlag, Stuttgart

Strukturgebundene Fermentwirkung der Thrombozyten

Hans Werner - Oberarzt der Klinik
  • Medizinischen Klinik der Medizinischen Akademie Danzig. Direktor: Prof. Dr. Dr. H. Bohn
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Publication Date:
02 June 2009 (online)

Zusammenfassung

Nach der klassischen Gerinnungslehre ist die Thrombokinase ein Produkt der Thrombozyten. Es läßt sich an hämophilen Thrombozyten feststellen, daß das Gerinnungsferment, die Thrombokinase, durch mechanisches Zerstören der Thrombozyten besonders rasch in Freiheit gesetzt und wirksam wird.

Auch die Retraktion des Blutkuchens ist an das Vorhandensein von Thrombozyten gebunden. Es ist nicht gelungen, ein retraktionsauslösendes Ferment aus den Blutplättchen zu extrahieren. Andererseits können aber auch Fremdkörper irgendwelcher Art, ferner thermisch und mechanisch beeinflußte Thrombozyten keine Retraktion herbeiführen, so daß es wieder unwahrscheinlich ist, daß die Blutplättchen bei der Retraktion nur eine unspezifische Aufgabe zu erfüllen haben und es sich dabei nur um ein „Strukturproblem” handelt. Experimentelle Ergebnisse und Beispiele aus der Natur machen es wahrscheinlich, daß die Ferment- und Strukturtheorie zu Recht besteht, und zwar in der Form, daß das Retraktionsferment, das Retraktozym, in seiner Wirkung an eine bestimmte Struktur gebunden ist.

Durch mechanisches Zerstören der Thrombozyten wird also die Thrombokinase besonders wirksam, das Retraktozym dagegen unwirksam.