RSS-Feed abonnieren
DOI: 10.1055/s-0028-1123555
© Georg Thieme Verlag, Stuttgart
Über experimentell erzeugten Gelenkrheumatismus*
* Demonstration in der Berliner Med. Gesellschaft am 11. V. 1932, Besprechung vgl. die Vereinsbeilage dieser Nr.Publikationsverlauf
Publikationsdatum:
05. Mai 2009 (online)

Zusammenfassung
Es gelingt bei Kaninchen mit stark eiweißhaltigen Extrakten von Nahrungsstoffen und teilweise mit diesen selbst sowie mit Aufschwemmung toter Bakterien eine Gelenkentzündung zu erzeugen, die nach ihrem klinischen Verlauf dem menschlichen Gelenkrheumatismus gleicht. Vorbedingung ist hierbei, daß die Tiere durch Vorbehandlung mit diesen Stoffen allergisch gemacht sind. Mit diesen Befunden erfährt meine Auffassung auf Grund früherer klinischer Beobachtungen am Menschen (1 und 2), daß eine Gruppe des Gelenkrheumatismus beim Menschen in seinen klinischen Erscheinungen aufzufassen ist als allergische Reaktion auf die Einwirkung unbelebter Antigene, nicht auf lebendige Erreger, eine wichtige Stütze. Es wird Aufgabe der weiteren Forschung sein, auf dem nunmehr gefundenen Wege auf breitester Basis sowohl das Gebiet aller in Frage kommenden Antigene unbelebter Herkunft zu ermitteln, als die verschiedenen Einzelformen des Gelenk- und des Muskelrheumatismus und aller sonstigen in der menschlichen Pathologie als rheumatisch bezeichneten Erkrankungen in ihrer Bedingtheit zu diesen Antigenen zu studieren.