Dtsch Med Wochenschr 1929; 55(29): 1206-1208
DOI: 10.1055/s-0028-1127147
© Georg Thieme Verlag, Stuttgart

Ueber Divertikulosis des Dickdarms (Schluß aus Nr. 28.)

Hans Heinrich Berg - Oberarzt der Klinik
  • Aus der II. Medizinischen Universitätsklinik der Charité in Berlin. (Direktor: Prof. G. v. Bergmann.)
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Publication Date:
02 June 2009 (online)

Ueber Divertikulosis des Dickdarms1)

Zusammenfassung

Grasersche Divertikel am Dickdarm sind namentlich bei älteren und fetten Menschen häufig, namentlich an der Flexura sigmoidea. In einem großen Teil der Fälle belangloser Nebenbefund, können sie durch das Moment der Retention und der folgenden Entzündung Ausgangspunkt einer Skala von Beschwerden und klinischen Krankheitsbildern werden, die von leichten Stuhlanomalien bis zu schweren peritonealen Zuständen reichen. Ausbildung entzündlicher perikolitischer Tumoren (eventuell mit Blutungen, Stenosen) führen relativ oft zu Krebsverdacht. Ein großer Teil der Fälle sogenannter Sigmoiditis beruht auf Divertikulitis, die sogenannte Colitis infiltrativa wohl stets. Es ist wenig bekannt, wie leicht und sicher infolge typischer Aspekte die Röntgendiagnose dieser häufigen Erkrankung ist. Entzündliche Begleiterscheinungen an den Divertikeln können durch röntgenologisches Schleimhautstudium erfaßt und beurteilt werden. Konservative Behandlung verspricht in der Mehrzahl der Fälle Erfolg. Perforationen und Ileus sowie Fisteln können chirurgisches Vorgehen erfordern.