Dtsch Med Wochenschr 1935; 61(9): 339-341
DOI: 10.1055/s-0028-1129511
Forschungsergebnisse

© Georg Thieme Verlag, Stuttgart

Blutdrucksenkende Hormone als Ursache des Proteïnschocks

G. de Nito
  • Aus dem Pharmakologischen Institut Neapel. Dir.: Prof. Marfori
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Publication Date:
05 May 2009 (online)

Zusammenfassung

Unter allen blutdrucksenkenden Substanzen im tierischen Organismus hat nach meiner Ansicht das in den Lymphdrüsen gebildete Hormon Lymphoganglin für die Blutdrucksenkung eine überragende Bedeutung, ähnlich wie für die Drucksteigerung das Adrenalin der Nebenniere. Jedoch nicht nur bei Tieren, auch bei Pflanzen finde ich immer ein blutdrucksenkendes Prinzip, das dem tierischen Hormon sehr ähnlich ist. Die biologischen Wirkungen des blutdrucksenkenden Hormons werden untersucht und eingehend darüber berichtet, überall sind dieselben Modifikationen festzustellen, wie sie für den Proteïnschock charakteristisch sind. Nach Ablehnung der bisher bekannten Erklärungsversuche für die Schockgenese wird eine Theorie entwickelt, die mit den tatsächlichen Geschehnissen am besten vereinbar scheint. Nach dieser tritt auf die Proteïnkörperinjektion eine Reizung des lymphatischen Systems mit stärkerer Ausschüttung des drucksenkenden Lymphdrüsenhormons Lymphoganglin ein. Durch das Hormon kommt es zur Erregung des vegetativen Nervensystems und so zu den für den Proteïnschock charakteristischen Erscheinungen. Zum Schluß wird auf die therapeutische Wirksamkeit des Lymphoganglins verwiesen.