Zusammenfassung
1. Die 1950—1952 bei 121 Patienten durchgeführten 188 Spirotrypankuren — darunter auswertbar 155 Kuren bei 94 Patienten — wurden hinsichtlich ihres Einflusses auf die Sero-Reaktionen verglichen mit 846 Neo-Salvarsan- und 278 Penicillin-Kuren aus den Jahren 1947—1952.
2. Obwohl die Klientel an Syphiliskranken in den letzten zwei Jahren eine deutliche Verschiebung zugunsten älterer, zuungunsten frischer Luesfälle aufweist, schneidet Spirotrypan im Vergleich zu Salvarsan bei frühzeitiger Behandlung etwas besser ab. Der Unterschied ist jedoch statistisch nicht zu sichern, so daß bei aller Vorsicht gefolgert werden darf, daß Spirotrypan dem Salvarsan mindestens ebenbürtig ist.
3. Die Zahl der Nebenwirkungen ist in statistisch gesicherter Weise gegenüber der in der Literatur von verschiedenen Autoren niedergelegten Häufigkeit von Salvarsannebenwirkungen niedriger. Von 13 Patienten mit verschiedensten Salvarsan-Unverträglichkeitserscheinungen in der Anamnese wurde Spirotrypan gut vertragen. Auch bei 26 Patienten, bei denen die Leberfunktion an Hand des Urobilinogennachweises im Urin und der Serumlabilitätsreaktionen (Mancke-Sommer und Weltmannsches Koagulationsband) geprüft wurde, ergab sich kein Anhalt für eine lebertoxische Wirkung. Es wird gefolgert, daß eine gegenüber dem Salvarsan bessere Verträglichkeit des Spirotrypans als erwiesen gelten kann.