Zur Pathogenese der Magenkrebse und über ihren gelegentlichen Ursprung aus angeborenen
epithelialen Keimen in der Magenwand1)
Zusammenfassung
Es wird über Beobachtungen von besonderen Magentumoren (Karzinom oder noch nicht geschwulstige
Gewebsüberschüsse) mit Agenesie der Gallenblase berichtet. Die Knoten in der Magenwand
finden sich häufiger ohne Entwicklungsstörung der Gallenwege, sie bestehen aus eingestülpter
Magenschleimhaut, Nebenpankreas, selten auch aus Brunnerschen Drüsen und sind nicht
äußerst selten, denn es kann aus eigener Erfahrung über acht solche Bildungen berichtet
werden. Es sind Blastoïde, kongenitale Gewebsexzesse, die im Prinzip scharf von dem
Wachstumsexzeß der Blastome zu trennen sind. Sie können als atavistische Blastoïde
bezeichnet werden, wobei man aber ihren pathologischen Umwandlungen Rechnung tragen
muß, die bis zu Einschlüssen undifferenzierter entodermaler Inseln gehen können und
manchmal nur mikroskopisch zu entdecken sind. Auch der angeborene Gallenblasenmangel
läßt sich, zumal beim Fehlen anderer schwerer Mißbildungen, als Atavismus deuten und
somit zwischen Gallenblasendefekt und Pancreas accessorium ein Zusammenhang aufstellen.
Ein weiterer Fall zeigt ein Karzinoïd des Magens anscheinend im Eintritt in die karzinomatöse
Phase.
Experimentell ist es uns gelungen, fetales Pankreas, Magendarmteile in die Magenwand
der Ratte zu implantieren. Die weiteren Ergebnisse sind abzuwarten.