Dtsch Med Wochenschr 1918; 44(39): 1072-1073
DOI: 10.1055/s-0028-1134694
© Georg Thieme Verlag, Stuttgart

Veränderungen am infizierten Erythrozyten bei Malaria tertiana und tropica

Stabsarzt  Walterhöfer - (Assistent der Berliner Universitätspoliklinik für Innere Medizin), Leitender Arzt der Station B.
  • Aus dem Reservelazarett Nürnberg II Ludwigsfeld. (Chefarzt: Oberstabsarzt Dr. Neander.)
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Publication Date:
16 July 2009 (online)

Zusammenfassung

1. Die Plasmodien der Malaria tertiana und tropica rufen in den befallenen Erythrozyten Veränderungen hervor, die in der Mehrzahl für Malaria spezifisch sind.

2. Schon das verschiedene Verhalten des Hämoglobins (Abblassung bei Tertiana — stärkerer Farbenton bei Tropika) der infizierten roten Blutkörperchen deutet darauf hin, daß die Einwirkungen auf die Wirtszelle bei beiden Malariaarten verschiedenartig sind, wohl bedingt durch besondere biologische Eigenschaften jeder Malariaart.

3. Das Hämoglobin erschwert und verdeckt eine völlige Darstellung der Veränderungen.

4. Nach Entfernen desselben läßt sich feststellen, daß Tertiana ohne Schüffner-Tüpfelung nicht beobachtet wurde, daß neben der Tüpfelung in jedem Falle auch eine Fleckung vorhanden ist und daß die Veränderungen der Tertiana eine ungleich höhere Affinität zum Farbstoff besitzen als die der Tropika. Bei der Tropika wurden niemals der Schüffner-Tüpfelung ähnliche Veränderungen im Zelleibe gefunden.

5. Zum Herausheben gerade dieser Unterschiede ist das oben angegebene Verfahren geeignet.

6. Bei Verwendung einer gut eingestellten Farblösung zeigen sich diese Unterschiede auch im dicken Tropfen. Hier haben sie sich an Tausenden von Präparaten für die Differentialdiagnose als zuverlässig bewährt.