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DOI: 10.1055/s-0028-1135161
Ueber Lungen-Leberschüsse
Publication History
Publication Date:
14 July 2009 (online)

Zusammenfassung
Da die Leber größtenteils innerhalb des Brustkorbes liegt und von Lunge und dem Sinus pleurae weit nach unten überdeckt wird, kommt es bei den Schußverletzungen des Lebermassivs relativ häufig zu einem Hämatothorax; diesem kann Galle beigemischt sein, wenn sich eine transdiaphragmatische innere Gallenfistel nach dem Pleuraraum zu entwickelt.
Die Tangentialschüsse der Leberkuppe können eine rein intrapleurale Verletzung darstellen, wenn sie die Leber an ihrer extraperitonealen Haftfläche am Zwerchfell treffen, da, wo hinten oben die beiden Blätter des Ligamentum coronarium handbreit auseinanderweichen. Entwickelt sich dann eine innere Gallenfistel nach der Pleurahöhle zu, so kommt es zu dem bemerkenswerten Krankheitsbild des Cholothorax oder der galligen Pleuritis, das sich von dem gewöhnlichen entzündlichen oder nicht entzündlichen Pleuraerguß wesentlich unterscheidet.
Bei allen von mir beobachteten Fällen von Lungen-Leberschuß kam es zu einer bedrohlichen, progredienten Kachexie, in deren Vordergrund eine große Herzschwäche und eine starke Anämie stand. Neben der schädigenden Wirkung resorbierter Gallenbestandteile spielt hierfür wohl der toxische Einfluß autolytischer Leberzerfallstoffe eine beträchtliche ursächliche Rolle.