Zusammenfassung
Ziel der Studie:
Um pflegende Angehörige zu entlasten, sollte die Inanspruchnahme von Pflegekursen
gefördert werden. Dazu müssen die beeinflussenden Faktoren näher erforscht werden.
Fragestellungen:
Welche Variablen der Pflegesituation, der Angehörigen und ihrer Einstellungen sind
Prädiktoren für die Teilnahme an Pflegekursen? Welche Qualitätswünsche in Bezug auf
Pflegekurse haben pflegende Angehörige eines Demenzpatienten?
Methodik:
Die Querschnittsuntersuchung wurde als schriftliche, anonyme Befragung pflegender
Angehöriger eines Demenzkranken bei häuslicher Pflege in vier Regionen der Bundesrepublik
Deutschland durchgeführt. Bei einer Rücklaufquote von 20% konnten quantitative und
qualitative Daten von 404 pflegenden Angehörigen in die Auswertung einbezogen werden.
Mithilfe der binär-logistischen Regressionsanalyse wurden Prädiktoren der Inanspruchnahme
ermittelt. Die Angaben zur Qualität wurden in einer qualitativen Inhaltsanalyse ausgewertet.
Ergänzend wurden insgesamt zwölf telefonische Interviews mit Personen in Leitungsfunktion
von Pflegekursen zu deren Qualitätsvorstellungen durchgeführt.
Ergebnisse:
Neben der Einschätzung, wie hilfreich die Unterstützung durch Pflegekurse für die
eigene Pflegesituation ist, sind nur noch das Bildungsniveau des pflegenden Angehörigen
und das Alter des Demenzpatienten signifikante Prädiktoren für die Teilnahme an einem
Pflegekurs. Pflegende Angehörige, die bereits an einem Pflegekurs teilgenommen haben,
wünschen sich am häufigsten die „praxisnahe“ Vermittlung pflegerischer Techniken,
um Sicherheit im Umgang mit Demenzkranken zu erwerben.
Schlussfolgerung:
Pflegende Angehörige müssen von den für sie relevanten Vorteilen eines Pflegekurses
überzeugt werden, um die Rate der Inanspruchnahme zu erhöhen. Pflegekurse sollten
auf praxisnahe Hilfen für den Umgang mit Demenzkranken und auf krankheitsspezifische
Informationsvermittlung ausgerichtet sein.
Abstract
Aim
To relieve dementia caregivers, the utilisation of caregiver skill training should
be promoted further. In order to do this the influencing factors have to be investigated.
Investigation:
Which variables of the care situation, the family caregivers and their attitudes act
as predictors for the utilisation of caregiver skill training? What are the views
of family caregivers about the quality of skill training?
Method:
The cross-sectional study was carried out as an anonymous written survey of family
caregivers of dementia patients in four regions of Germany. With a 20% response it
was possible to analyse the quantitative and qualitative data from 404 family caregivers.
Predictors for utilisation were evaluated using binary logistic regression analysis.
The answers about quality were evaluated using qualitative content analysis. Additionally,
twelve telephone interviews with people from managerial positions in caregiver skill
training, regarding their concept of quality, were carried out.
Results:
Besides estimating how helpful the support of skill training is for their own care
situation, the level of education of the caregiver and the age of the dementia patient
are also significant predictors for utilisation. Family caregivers who had already
had skill training, most frequently expressed a wish for practical instruction on
caregiving activities, to give them more confidence in dealing with the dementia patient.
Conclusions:
In order to increase the rate of utilisation, family caregivers must be convinced
of the relevant advantages of using dementia caregiver skill training. This should
train them in the practical interaction with dementia patients and supply specific
information about the illness.
Schlüsselwörter
Pflegekurs - Demenz - pflegende Angehörige - Inanspruchnahme - Qualität
Key words
caregiver skill training - dementia - family caregiver - utilization - quality