Zusammenfassung
Im Verlauf von Schädelschußverletzungen kommt es häufig zu vorübergehenden Erscheinungen
einer Meningitis serosa (Stauungspapille, Hirndrucksymptome); besonders bei gleichzeitigem
Hirnprolaps ist die Lumbalpunktion indiziert.
In der Diagnose des meist latent verlaufenden Spätabszesses nach Hirnverletzungen
ist 1. das Fortschreiten, 2. die Inkongruenz zwischen nervösen Ausfallssymptomen und
örtlicher Läsion von Wichtigkeit.
Bei der Indikation zur Operation der Tangentialschüsse entscheiden neben den klinischen
Erscheinungen chirurgische Erwägungen (Entfernung der Knochen-, Geschoßsplitter etc.).
Die Ausfallserscheinungen der Hirnschußverletzungen sind 1. entweder mit dem Ort der
Läsion übereinstimmend, oder 2. auf begleitende Schädel-, speziell Basisfissuren zu
beziehen, oder 3. (nicht übereinstimmend mit dem Ort der Läsion) einer Komplikation
(Blutung, Abszeß) verdächtig.
Erscheinungen der traumatischen Neurose, speziell vaso - motorische Störungen, auch
subfebrile Temperaturen sind häufige Begleiterscheinungen der Schußverletzungen des
Schädels, auch nach ihrer örtlichen Heilung.