Aktuelle Rheumatologie 2009; 34(1): 53-58
DOI: 10.1055/s-0029-1202333
Übersichtsarbeit

© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Langzeitergebnisse nach zementiert und zementfrei verankerter S.T.A.R.-Prothese beim Rheumapatienten

Long-Term Results after Cemented and Cementless Total Ankle Arthroplasty in Rheumatoid ArthritisS. Schill 1 , H. Thabe 2
  • 1Kliniken Harthausen, Orthopädie Harthausen, Bad Aibling
  • 2Diakonie Krankenhaus, Orthopïdische Abteilung, Bad Kreuznach
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Publikationsverlauf

Publikationsdatum:
02. März 2009 (online)

Zusammenfassung

Im Zeitraum 1993 bis Juli 2000 wurden in beiden Kliniken 65 S.T.A.R. Link® Prothesen implantiert. 38 Implantate wurden zementfrei- und 27 Prothesen zementiert verankert. Die Hauptdiagnose war in beiden Kollektiven eine rheumatoide Arthritis mit Dominanz des weiblichen Geschlechts Zum Operationszeitpunkt lag der Altersgipfel bei 54 Jahren. Der mittlere Nachuntersuchungszeitraum liegt bei 9,3 Jahren für die zementiert verankerten Prothesen und bei 11,3 Jahren für die zementfreien Implantate Die Nachuntersuchung basierte auf dem Kofoed Ankle Score mit den Parametern Schmerz, Mobilität und Funktion. Zum Zeitpunkt der aktuellen Nachuntersuchung erreichten Zum Zeitpunkt der aktuellen Nachuntersuchung erreichten 23 Patienten (77,4%) mit zementfreier S.T.A.R. Prothesenversorgung eine gute und sehr gute Ergebniswertung. Dies entspricht einer Steigerung des Gesamtscores von präoperativ 44,7 auf durchschnittlich 80,7 Punkte postoperativ. Gute und sehr gute Ergebnisse wurden nur von 16 (64%) zementiert verankerten Implantaten erreicht, was einer Verbesserung des Gesamtscores von präoperativ 46,2 auf 76,3 Punkten entspricht Die Beweglichkeit der operierten Sprunggelenke verbesserte sich in beiden Prothesengruppen für Extension/Flexion auf durchschnittlich plus 8,5°. Die Röntgenverlaufskontrolle zeigte in 11 (44%) Fällen der zementiert verankerten S.T.A.R.-Prothesen progrediente tibiale Knochenresorptionen, sowie 8 (32%) Talusszinterungen. Hieraus resultierten drei Revisionen mit Wechsel der Tibiakomponente und sechs Arthrodesen. Zusätzlich hatten wir eine periprothetische Infektion nach Perforationsverletzung zu verzeichnen. Die Röntgenverlaufskontrolle zeigte in 7 Fällen (22,5%) der zementfrei implantierten S.T.A.R.-Prothesen radiologische Aufhellungslinien vornehmlich der Tibiabasisplatte Ein Einsinken der Taluskappe wurde fünfmal (16%) beobachtet. Revisionspflichtige Komplikationen betrafen in sechs (19,3%) Fällen das Kunststoffgleitkernsystem. In allen Fällen musste, aufgrund eines Gleitkernbruches bzw. Gleitkernabriebs ein Gleitkernwechsel durchgeführt werden. Ein Einsinken der Taluskomponente auf dem Boden einer sekundären Talusnekrose erforderte einen zementierten Wechsel der Talusprothese. Drei Implantate entwickelten eine symptomatische Prothesenlockerung und wurden mit einer Arthrodese versorgt. Eine Patientin erlitt eine hämatogene Spätinfektion 6 Jahre nach Primärimplantation. Die Prothese wurde entfernt und in eine Arthrodese konvertiert. Die aktuellen Nachuntersuchungsergebnisse zeigen im Literaturvergleich, dass die Sprunggelenksendoprothese eine gute zunehmende Alternative zur Arthrodese ist. Voraussetzung für den erfolgreichen Einsatz der Sprunggelenksendoprothetik ist eine sorgfältige Indikationsstellung, eine exakte Operationstechnik unter Verwendung moderner Implantate und eine adäquate Nachbehandlung. Die Zementfixierung hat sich in der Sprunggelenksendoprothetik nicht bewährt. Die zementfreie Fixation, die wir heute fast ausschließlich durchführen, bestätigt im Langzeitverlauf zuverlässige Ergebnisse.

Abstract

We report the clinical and radiological results of 65 S.T.A.R. prosthesis that were performed be-tween 1993 and July 2000 in our two institutions. Cementless fixation was used in 38 prosthesis and cement fixation in 27. Rheumatoid arthritis was the main diagnosis, with females dominating. The average follow-up was 9.3 years for cemented S.T.A.R. prostheses and 11.3 years for cementless S.T.A.R. prostheses. The follow-up was based on the Kofoed ankle score, which consists of three tests, one subjective dealing with pain and two objective parts about ankle function and mobility. 23 patients (77.4%) with cementless fix-ation achieved good and excellent results. The Kofoed ankle score improved from preoperatively 44.7 to an average of 80.7 points at final examination. The cemented S.T.A.R. prosthesis gained an average score of 76,3 postoperatively, representing 16 (64%) implants with good and excellent result. The mobility score showed a moderate rise in range of motion for extension and flexion (+8.5°), while a decrease in subtalar joint movement has been noted. This is due to additional subtalar and talonavikular arthrodesis. For cemented S.T.A.R.-prosthesis we had to recognise progressive radiolucent lines of the tibial component in 11 (44%) patients and talar subsidence in eight (32%). We had three tibial exchange arthroplasties and six arthrodesis due to prosthesis loosening. The radiographic analysis showed radiolucent lines of the flat tibial component in seven cases (22.5%) of the cementless prosthesis. Five (16%) times we had to recognise talar subsidence. We had to perform six (19.3%) revisions because of meniscal breakage or insufficient meniscal height. An exchange of the talar component was necessary twice. Three prosthesis had to be revised with arthrodesis due to symp-tomatic loosening. In conclusion, cementless ankle arthroplasty using the cementless S.T.A.R.-prosthesis proved excellent clinical and radiological long-term results, especially for rheumatoid patients. The success of ankle arthroplasty depends on careful indication, cementless fixation of a second generation total ankle arthroplasty and appropriate rehabilitation. Cement fixation in total ankle arthroplasty should be abandoned.

Literatur

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