Mit der Novellierung des Krankenpflegegesetzes hat wurde die Berufsbezeichnung in
„Gesundheits- und KrankenpflegerIn“ geändert. Dies verdeutlicht den inhaltlichen Schwerpunkt,
den die Ausbildung auch auf dem Gebiet der Gesundheitsförderung einnehmen soll. Daher
stellt sich die Frage, inwieweit angehende Pflegefachkräfte selber gesundheitsförderndes
Verhalten zeigen.
Im Rahmen einer Vollerhebung wurden alle 432 Auszubildenden einer Medizinischen Berufsfachschule
in Sachsen, darunter 282 Auszubildende in der Krankenpflege (87,5% weiblich), mittels
eines anonymen standardisierten Fragebogens zu gesundheitsfördernden und gesundheitsschädigenden
Verhaltensweisen befragt. Die Rücklaufquote lag bei fast 100%.
Insgesamt 42,6% der Auszubildenden waren Raucher, ca. 28% hatten Erfahrungen mit Rauschmittel,
14% auch mehrfach, v.a. mit Cannabis. Obwohl sich nur 14 Auszubildende als übergewichtig
ansahen, gaben 77 Auszubildende an, in den letzten 12 Monaten eine Gewichtsreduktionsdiät
durchgeführt zu haben, 40 davon mehrfach. Nur zwei Drittel ernährten sich nach eigenen
Angaben gesund. Ca. ein Viertel der Auszubildenden wusste nicht, ob sie gegen Diphtherie
oder Kinderlähmung geimpft waren. Zwölf Auszubildende waren schon einmal ungewollt
schwanger geworden. Fast zwei Drittel gaben an, im Straßenverkehr deutlich schneller
als erlaubt zu fahren.
Die Ergebnisse verdeutlichen, dass sich selbst bei Auszubildenden in der Krankenpflege
noch Defizite hinsichtlich einer gesundheitsfördernden Lebensweise zeigen. Diese erfordern
entsprechende Aufmerksamkeit sowohl bei der Auswahl der Auszubildenden als auch im
Unterricht. Andernfalls bleibt unklar, wie diese späteren Pflegefachkräfte selber
Patienten hinsichtlich einer gesundheitsfördernden Lebensweise überzeugende beraten
sollen.