DO - Deutsche Zeitschrift für Osteopathie 2011; 9(01): 11-14
DOI: 10.1055/s-0030-1250702
DO | spektrum
anatomie
Karl F. Haug Verlag in MVS Medizinverlage Stuttgart GmbH & Co. KG Stuttgart

Faszienverhältnisse des kleinen Beckens – osteopathisch überbewertet?

Hanno Steinke
,
Ingo Bechmann
,
Niels Hammer
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Publikationsverlauf

Publikationsdatum:
07. Februar 2011 (online)

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Der menschliche Beckenboden mit seinen muskulären, ligamentären und neurovaskulären Bestandteilen ist nach wie vor eine der am wenigsten verstandenen Regionen des menschlichen Körpers. Die Muskeln haben ihre Funktionen, doch oft herrscht immer noch Uneinigkeit darüber, welche. Gelegentlich wird auch die Existenz des M. transversus perinei profundus bestritten [1], [12]. Welche Bindegewebsstrukturen sich anatomisch ausfindig machen lassen, zeigt der folgende Beitrag auf.

Anatomische Lehrbücher und Atlanten zeigen uns die freipräparierten Muskeln. Noch bevor wir im Präpariersaal einen der zarten Muskeln des Dammes sehen, müssen wir Massen von Bindegewebe entfernen wie auch große Teile des Perinealkörpers, Corpus perineale oder „perineal pouch“. Im Leben müssen wir die zarten Muskeln nicht in steter Kontraktion halten; es genügt deren Ruhetonus, um die Funktion zu erhalten. Das heißt: Auch andere, nicht-muskuläre Strukturen sind funktionell wichtig. Dieses „Binde- und Stützgewebe“ präparieren wir Anatomen häufig weg, um andere Strukturen zu zeigen. Zu dessen Beschreibung benutzen wir einige alte Begriffe, denn die aktuelle Nomina Anatomica führt sie nicht mehr auf [12].