Z Gastroenterol 2011; 49 - P5_32
DOI: 10.1055/s-0030-1269738

Leberfibrose versus Leberfunktion–Eine klinische Vergeichsstudie

M Stockmann 1, JF Lock 1, M Malinowski 1, L Morawietz 2, A Scharfenberg 1, P Neuhaus 3
  • 1Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, Charité Campus Virchow Klinikum, Berlin
  • 2Institut für Pathologie; Charité Universitätsmedizin Berlin, Berlin
  • 3Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, Experimentelle Chirurgie und Regenerative Medizin, Charité Universitätsmedizin Berlin, Berlin

Hintergrund: Die Einteilung der Leberfibrose richtet sich ausschliesslich nach morphologischen Kriterien. Ob eine morphologische Veränderung des Lebergewebes mit Zunahme des Bindegewebes stets mit einer Veränderung der Leberfunktion, d.h. mit einer Verringerung des Leberparenchyms einhergeht ist jedoch unklar. Daher ist die klinische Bedeutung einer Leberfibrose nicht immer eindeutig.

Methoden: In einer großen retrospektiven Studien wurde anhand von 200 Patienten die Leberhistologie aus Leberteilresektaten bzw. explantierten Lebern mit der zuvor gemessenen enzymatischen Leberfunktion, gemessen mit dem LiMAx Test verglichen. Der individuelle Grad an Leberfibrose wurde von zwei verblindeten Pathologen anhand des Scores von Ishak et al. eingeteilt. Eine neue Einteilung der Leberzirrhose anhand des Gesamtanteils von Bindegewebe wurde neu entwickelt. Statistische Analyse mittels Spearmen Korrelationskoeffizienten und T-Test.

Ergebnisse: Patienten mit Zirrhose (32%, Ishak Grad VI) hatten deutlich verringerte LiMAx Ergebnisse von 150±131µg/kg/h vs. 368±145µg/kg/h bei Abwesenheit von Zirrhose (P<0.0001). Dabei war die Funktion bei Patienten mit milder Zirrhose mit 171(112–255)µg/kg/h höher im Vergleich zu mittlerer Zirrhose 129(95–212)µg/kg/h, fortgeschrittener Zirrhose 89(46–154)µg/kg/h und schwerster Zirrhose 80(29–123)µg/kg/h. Die Korrelation von Leberfunktion und Leberfibrose/zirrhose Stadien betrug r=-0,626 (P<0,0001).

Zusammenfassung: Der LiMAx Test kann die deutlich verringerte enzymatische Leberfunktion bei Leberzirrhose nachweisen und ist abhängig vom Anteil des verbliebenen Leberparenchyms. Dies ermöglicht möglicherweise eine nicht-invasive Diagnostik einer Leberzirrhose. Dagegen hat eine geringgradige Leberfibrose keinen messbaren Einfluss auf die Leberfunktion.

Literatur:

1. Ishak K, Baptista A, Bianchi L, et al. Histological grading and staging of chronic hepatitis. J Hepatol. 1995; 22: 696-9.2. Stockmann M, Lock JF, Riecke B, et al. Prediction of postoperative outcome after hepatectomy with a new bedside test for maximal liver function capacity. Ann Surg. 2009; 250: 119-25.3. Stockmann M, Lock JF, Malinowski M, et al. The LiMAx Test – A New Liver Function Test for Prediction of Postoperative Outcome in Liver Surgery. HPB (Oxford). 2010; 12: 139-46.