Einleitung: Aktuell liegen nur wenige Untersuchungen bezüglich eines systematischen post-prozeduralen
Monitorings nach sedierter Endoskopie vor. Ziel der vorgelegten randomisierten Studie
war die Evaluierung des Stellenwerts eines solchen Monitorings und ob die Verwendung
des kurz-wirksamen Propofols im Rahmen der oberen Intestinoskopie auch hinsichtlich
post-prozeduraler Parameter Vorteile besitzt.
Methodik: 110 Patienten (mittleres Alter 76,2±8,8J., ASA-Klasse II -III in 95% d.F.) wurden
im Rahmen der oberen diagnostischen Instestinoskopie randomisiert entweder mittels
Midazolam oder Propofol sediert. Nach Beendigung der Untersuchung erfolgte eine Nachbeobachtung
aller Patienten für einen Mindestzeitraum von 2 Stunden mittels Pulsoxymeter und automatisierter
Blutdruckmessung (alle 5 Min.). Die Vitalparameter und die Aufwachzeit wurden durch
unabhängige Beobachter dokumentiert.
Ergebnisse: Die verwendete Midazolamdosis lag bei 4,6±1,1mg (2,5–10mg), die mittlere Propofoldosis
lag bei 125,8±76mg (50–400mg). Es zeigte sich ein post-prozeduraler Abfall der pO2-Sätt. <90% fand bei 11 Pat. nach Gabe von Midazolam und bei 10 Pat. nach Sedierung
mittels Propofol. Ein RR-Abfall <90mm Hg (syst.) wurde bei 15 Patienten in der Midazolam-
und bei 8 Patienten in der Propofolgruppe dokumentiert (p=0,16).
Schlussfolgerung: Auch in der post-prozeduralen Phase lassen sich Abweichungen der Vitalparameter in
mehr als 10% d.F. detektieren. Somit sollte in Einzelfällen daher ein technisches
Monitoring auch auf die post-prozedurale Phase ausgedehnt werden, wobei sich zwischen
Midazolam und Propofol kein relevant unterschiedlicher Effekt auf die post-prozeduralen
Vitalparameter zeigte.