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DOI: 10.1055/s-0031-1275187
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart ˙ New York
Patientenvertretungen in Europa
Intransparente Verquickung mit der IndustriePublication History
Publication Date:
04 March 2011 (online)
Europäische Patientenverbände haben einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf gesundheitspolitische Entscheidungsprozesse in Brüssel. Mit Stellungnahmen, Pressemitteilungen und Konferenzen bringen sich die Interessenvertreter in die Diskussionen ein. Einige Patientengruppen arbeiten sogar eng mit europäischen Institutionen wie der EU-Kommission und der für die EU-weite Arzneimittelzulassung und -überwachung zuständigen Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) in London zusammen. Als problematisch erweist sich dabei, dass viele der Vereinigungen ihren Haushalt mit Mitteln aus der Industrie bestreiten, dies aber nicht immer ausreichend transparent machen. Politiker fordern daher strengere Regeln für die Finanzierung und eine stärkere Unterstützung von Patientenvereinigungen durch öffentliche Stellen.
Patientenorganisationen spielen auf europäischer Ebene eine immer wichtigere Rolle. Das zeigt sich schon daran, dass sich auf dem Brüsseler Parkett eine Vielzahl von Verbänden und Vereinen tummeln, um die Interessen der unterschiedlichsten Patientengruppen zu vertreten. Darunter finden sich Vertretungen für Brustkrebspatientinnen, Selbsthilfegruppen für Krebskranke oder Patienten mit Herzkreislauferkrankungen, Demenz oder seltenen Krankheitsbildern, aber auch übergeordnete europäische Organisationen, wie das European Patients' Forum (EPF), dem 44 Patientenorganisationen angehören und das nach eigenen Angaben die Interessen von rund 150 Millionen Patienten in Europa vertritt.
Literatur
- 1 Walter C, Kobylinski A. Patient im Visier: Die neuen Strategien der Pharmakonzerne. Hamburg: Hoffmann und Campe; 2010
Korrespondenz
Fachjournalistin für Gesundheits- und Sozialpolitik
Köln/Brüssel
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