Zusammenfassung
Ziel der Studie:
Am 1. Oktober 2003 wurde mit Inkrafttreten der neuen Ärztlichen Approbationsordnung
(ÄAPPO) der Querschnittsbereich 3 „Gesundheitsökonomie, Gesundheitssystem, öffentliche
Gesundheitspflege“ in den zweiten Abschnitt der ärztlichen Ausbildung eingeführt.
Ziel der Studie war die Durchführung der Lehre in diesem Querschnittsbereich zu erfassen.
Methodik:
Es wurde eine standardisierte schriftliche Befragung bei den Lehrverantwortlichen
für den Querschnittsbereich 3 „Gesundheitsökonomie, Gesundheitssystem, öffentliche
Gesundheitspflege“ an 36 Abteilungen/Instituten der medizinischen Fakultäten in Deutschland
durchgeführt. Die Beurteilung der Wichtigkeit und der Integration spezifischer Unterrichtsthemen
erfolgte auf Basis des Stoffkatalogs der Deutschen Gesellschaft für Sozialmedizin
und Prävention (DGSMP).
Ergebnisse:
Es konnte ein Rücklauf von 28 Fragebögen (78%) erzielt werden. Bei den Unterrichtsformen
dominieren Seminar und Vorlesungen, angeboten wird der Querschnittsbereich überwiegend
in höheren Semestern (8.-10.). Den geringsten Zeitanteil der drei Teilbereiche nimmt
die Öffentliche Gesundheitspflege ein, während Themen zum Gesundheitssystem und zur
Gesundheitsökonomie im Unterricht überwiegen. Die wichtigsten und am häufigsten unterrichteten
Inhalte im Querschnittsbereich sind die „Finanzierung des Gesundheitssystems“, „Grundbegriffe
und Zusammenhänge (Gesundheitsökonomie)“ sowie „Akteure im Gesundheitssystem“.
Schlussfolgerung:
Durch den Querschnittsbereich kann jungen Medizinern ein Gefühl für Wirtschaftlichkeit
vermittelt sowie das Interesse für Themen abseits der Naturwissenschaften hergestellt
werden. Der Austausch zwischen Medizinern und anderen Professionen fördert das Denken
und Handeln in ökonomischen und gesundheitswissenschaftlichen Kontexten. Die befragten
Lehrverantwortlichen sehen die Einführung des Querschnittsbereichs als Bereicherung
an, der zur Professionalisierung des Arztberufs beiträgt.
Abstract
Aim:
On 1 October 2003 the 9th Medical Practice Act came into effect and implemented the teaching subjects “health
economics, health-care system, public health” in the medical curriculum. The purpose
of the study was to define the content of teaching.
Methods:
Interviews were conducted with professors in charge of “health economics, health-care
system, public health-at 36 German medical faculties. On the basis of the guidelines
produced by the German association for social medicine and prevention (DGSMP), the
course contents of the education programmes were evaluated in terms of relevance and
integration into the lessons.
Results:
The response rate was 78% (28 questionnaires). Seminars and lectures are most commonly
used. The subject is taught at the end of the study (8th –10th terms). The issue “public health” has the lowest time slice, “health-care system”
and “health economics” dominate the education. “Financing the health-care system”,
“basic principles (health economics)” and ”stakeholders in the health care system”
were stated to be the most important and most frequently taught topics.
Discussion:
With the teaching of the subject, medical students become sensitised to efficiency
and other topics beyond the natural sciences. The collaboration between physicians
and other professionals promotes the ability to be critical in an economic and public
health context. Implementing the subject students expand their knowledge of the health-care
system thereby contributing to professionalism of the medical profession.
Schlüsselwörter Gesundheitsökonomie - Lehre - ärztliche Ausbildung
Key words health economics - teaching - medical education