Zusammenfassung
Die „Binge-Eating-Störung“ (binge-eating disorder [BED]) ist die am häufigsten vorkommende Essstörung bei Menschen mit Adipositas. Ziel der aktuellen Studie war es, an 89 adipösen Probanden mit und ohne Diagnose einer BED störungsspezifische Emotionen von Scham und Schuld, das Selbstwertgefühl sowie das Auftreten sozialer Angst zu erfassen. Die Ergebnisse zeigten, dass adipöse Probanden mit BED über einen niedrigeren Selbstwert verfügten und insgesamt mehr störungsspezifische Scham- und Schuldgefühle erlebten als adipöse Probanden ohne BED, mit Ausnahme des körper- und gewichtsbezogenen Schamerlebens. Wie erwartet konnte der Selbstwert als signifikanter Prädiktor für Schamgefühle identifiziert werden. Des Weiteren waren die adipösen Probanden mit BED stärker vom Auftreten einer sozialen Phobie betroffen. Die Ergebnisse heben die Notwendigkeit hervor, Erfahrungen mit Scham- und Schuldgefühlen und die Bedeutung sozialphobischer Ängste in der Prävention und Therapie von Adipositas zu berücksichtigen.
Abstract
Binge-eating disorder (BED) is the most common eating disorder found in obese people. The present study compared 89 obese participants with and without BED in terms of eating-, weight- and body related shame and guilt and their associaton to self-eestem and social anxiety. The results illustrated that obese people with BED reported higher scores in disorder specific shame and guilt, except feeling shame about their weight and their body; they suffered from lower self-esteem than obese without BED. The results confirmed that self-esteem is a significant statistical predictor of feeling shame. Futhermore obese with BED suffered from social phobia more frequently. The results emphasized the need to consider feelings of shame and guilt and the importance of social anxiety in prevention and therapy of obesity.
Schlüsselwörter
Adipositas - „Binge-Eating“-Störung - Scham - Schuld - soziale Angst
Keywords
obesity - binge-eating disorder - shame - guilt - social anxiety