Lege artis - Das Magazin zur ärztlichen Weiterbildung 2012; 2(2): 106-112
DOI: 10.1055/s-0032-1311668
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Anämie – Abklärung und Monitoring

Johannes Lotz
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Publikationsdatum:
26. April 2012 (online)

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Zusammenfassung

Die Abklärung einer Anämie ist eine häufige Fragestellung in Klinik und Praxis. Neben mehreren Möglichkeiten der Anämieklassifikation ist das diagnostische Vorgehen mittels Erythrozytenindices das zielführendste. Moderne Hämatologieanalysatoren stellen zusätzliche Parameter zur Verfügung, die die Erythro- und Retikulozyten besser charakterisieren. Sie geben u.a. den prozentualen Anteil an mikro- und makrozytären sowie hypo- und hyperchromen Erythrozyten an. Beim Eisenmangel überwiegt der Anteil der hypochromen Eyrthrozyten gewöhnlich den Anteil der mikrozytären Erythrozyten. Bei der Thalassämie überwiegt der Anteil der mikrozytären Erythrozyten gewöhnlich den Anteil der hypochromen Erythrozyten. Ein mittlerer Hämoglobingehalt im Retikulozyten von < 28 pg ist nahezu beweisend für einen bestehenden Eisenmangel. Bei der Sphärozytose findet sich gewöhnlich ein erhöhter Anteil an mikrozytären und hyperchromen Erythrozyten. Die Ermittlung der prozentualen Anteile an hoch-, mittel- und geringgradig unreifen Retikulozyten ermöglicht die Abschätzung der aktuellen Erythropoeseaktivität im Knochenmark.

Kernaussagen

  • Erythrozytenindizes geben den diagnostischen Weg der Anämieabklärung vor.

  • Zu jeder Anämieabklärung gehört die Bestimmung der Retikulozytenzahl.

  • Neue Erythrozytenindizes geben den prozentualen Anteil an mikro- und makrozytären sowie hypo- und hyperchromen Erythrozyten an.

  • Beim Eisenmangel überwiegt der Anteil der hypochromen Eyrthrozyten gewöhnlich den Anteil der mikrozytären Erythrozyten.

  • Bei der Thalassämie überwiegt der Anteil der mikrozytären Erythrozyten gewöhnlich den Anteil der hypochromen Erythrozyten.

  • Ein mittlerer Hämoglobingehalt im Retikulozyten von < 28 pg ist nahezu beweisend für einen bestehenden Eisenmangel.

  • Bei der Sphärozytose findet sich gewöhnlich ein erhöhter Anteil an mikrozytären und hyperchromen Erythrozyten.

  • Die Ermittlung der prozentualen Anteile an hoch-, mittel- und geringgradig unreifen Retikulozyten ermöglicht die Abschätzung der aktuellen Erythropoeseaktivität im Knochenmark.

Ergänzendes Material