Zeitschrift für Phytotherapie 2012; 33 - P08
DOI: 10.1055/s-0032-1313248

Einsatz von Korianderöl in der Dermatologie

F Casetti 1, U Wölfle 1, M Augustin 2, U Frank 3, C Schempp 1
  • 1Kompetenzzentrum skintegral, Universitäts-Hautklinik, Freiburg, Deutschland
  • 2CVDerm, Hamburg, Deutschland
  • 3Institut für Mikrobiologie, Universität Heidelberg, Deutschland

Koriander (Coriandrum sativum L.) ist eine einjährige Pflanze aus der Familie der Doldenblütler. Korianderfrüchte und -blätter werden seit Langem als Gewürz und Bestandteil von verdauungsfördernden Heilmitteln verwendet. Das ätherische Öl aus reifen Korianderfrüchten besteht zu 60–75% aus dem Monoterpenalkohol Linalool [1] und ist ein mildes und in der äußeren Anwendung sehr gut verträgliches ätherisches Öl. Die Hauptkomponente Linalool wurde in 5%iger Konzentration in Vaseline bei 1200 Kontaktekzem-Patienten getestet, ohne dass es zu einer positiven Testreaktion kam [2, 3]. Im Rahmen einer Verträglichkeitsprüfung ergab ein okklusiver Patchtest mit einer Creme und einer Lipolotion mit 1% Korianderöl bei 40 freiwilligen Probanden keine Unverträglichkeitsreaktionen [4].

Korianderöl zählt außerdem zu den stärksten antimikrobiell wirksamen ätherischen Ölen mit besonders guter Wirkung gegen Streptokokken, Staphylokokken und Candida albicans. Äußerlich angewendetes Korianderöl wirkt durch seinen süßen, holzig-würzigen Duft kräftigend, belebend und seelisch ausgleichend.

Korianderöl-haltige Zubereitungen haben sich wegen des angenehmen, entspannenden Geruchs und der antibakteriellen Eigenschaften in der unterstützenden äußerlichen Behandlung von Impetigo, Candidose, Intertrigo, Neurodermitis und Juckreiz bewährt.

Literatur: [1] Werner M, von Braunschweig R. Praxis Aromatherapie. Stuttgart: Haug; 2006: 120–121

[2] Letizia CS, Cocchiara J, Lalko J, Api AM. Food Chem Toxicol 2003; 41: 943–964

[3] Casetti F, Wölfle U, Schempp CM. Z Phytother 2012; 33: 43–46

[4] Casetti F, Bartelke S, Biehler K et al. Phytother Res 2012; 26: 420–424