Zusammenfassung
Hintergrund: Es gibt Hinweise in der Literatur, dass die transvaginale Cholezystektomie (TV-ChE) aufgrund ihrer geringen Invasivität Vorteile gegenüber der „klassischen“ laparoskopischen Cholezystektomie (LAP-ChE) hat. So scheint die TV-ChE mit einem geringeren Schmerzmittelbedarf und einer schnelleren Rekonvaleszenz der Patienten verbunden zu sein. Ungeachtet dessen gibt es eine kontroverse Diskussion über das Verhältnis von Nutzen und Risiko dieses OP-Verfahrens.
Patienten/Material und Methoden: Im Rahmen einer prospektiven Fallkontrollstudie wurden 30 Patientinnen, die sich einer TV-ChE unterzogen haben, mit 30 Patientinnen verglichen, die konventionell laparoskopisch operiert wurden. Zielgrößen waren die gesundheitsbezogene Lebensqualität, gynäkologische Outcomedaten und das postoperative Sexualverhalten. Außerdem wurden postoperative Schmerzintensität, Schmerzmittelbedarf und Häufigkeit von Übelkeit und Erbrechen (PONV) erfasst.
Ergebnisse: Die demografischen Daten beider Untersuchungsgruppen waren weitgehend vergleichbar. Im Unterschied zur LAP-ChE-Gruppe hatten die Patientinnen der TV-ChE-Gruppe in der postoperativen Phase weniger Schmerzen und PONV sowie einen signifikant niedrigeren Schmerzmittelbedarf (p < 0,001). Ernsthafte Komplikationen waren in keiner der beiden Gruppen zu verzeichnen. Die Patientenbefragung zur Lebensqualität ergab 12 Monate nach der Operation für beide Gruppen im Vergleich zum präoperativen Ausgangswert signifikante Verbesserungen hinsichtlich des allgemeinen Gesundheitszustands sowie im Hinblick auf die Gefühlslage (p < 0,01). Dieser Effekt war in der TV-ChE-Gruppe ausgeprägter als in der LAP-ChE-Gruppe (p < 0,05). Die postoperative gynäkologische Untersuchung bei den Patientinnen der TV-ChE-Gruppe ergab 3 Wochen nach der Krankenhausentlassung keinen Anhalt für Wundheilungsstörungen oder Infektionen. Im Verlauf der einjährigen Nachbeobachtungsphase zeigten 2 Patientinnen vorübergehend geringfügige kolpotomiebedingte Probleme, die jedoch keinen Einfluss auf deren Sexualverhalten hatten.
Schlussfolgerungen: Die transvaginale Cholezystektomie ist ein sicheres OP-Verfahren, welches aufgrund seiner geringen Invasivität einen hohen Patientenkomfort bietet und eine schnelle Rekonvaleszenz erlaubt. Dies drückt sich unter anderem in einer langfristigen Verbesserung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität aus. Bedenken gegen den transvaginalen Zugangsweg wegen einer hohen Infektionsrate oder gynäkologischer Spätkomplikationen scheinen unbegründet zu sein.
Schlüsselwörter
Cholezystektomie - transvaginaler Zugang - laparoskopischer Zugang - Lebensqualität - gynäkologische Komplikationen - Komplikationen
Key words
cholecystectomy - transvaginal approach - laparoscopic approach - quality of life - gynaecological complications - complications